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Bahn wehrt sich gegen Kritik

Bahn wehrt sich gegen Kritik

Berlin (an-o/ap/dpa) - Der Vorstandschef der Deutschen Bahn (DB), Hartmut Mehdorn, sieht keinen Grund für Änderungen am neuen Preissystem.

Mehdorn wies am Donnerstag in Berlin die Kritik von Stiftung Warentest an der Preisgestaltung zurück. "Das insgesamt negative Urteil basiert auf Einzelbeispielen, die bewusst gewählt wurden, um ein verzerrtes Bild zu zeichnen." Mehdorn erklärte, er bleibe bei seiner Aussage: "Bahnfahren wird für Millionen Menschen billiger und nicht nur für wenige Schnäppchenjäger." Es sei erstaunlich, wenn von einem Wirtschaftsunternehmen verlangt werde, Kinder bis 17 Jahre umsonst fahren zu lassen.

Völlig absurd sei auch der Vorwurf des "Tarifdschungels", nur weil es für Zugarten unterschiedlicher Qualität logischerweise unterschiedliche Preise gebe. Der Bahnvorstand für Marketing und Verkehr, Hans Koch, nannte die Umtauschgebühr von bis zu 45 Euro eine Hürde, "die wir einbauen mussten". Sonst würden große Unternehmen die Spartickets aufkaufen. Wenn, wie gefordert, die günstigsten Fahrscheine bis zum Schluss verkauft würden, könnte die Bahn das Preisniveau gleich um 40 Prozent senken.

Wirtschaftlicher Weg

Das wäre aber nicht wirtschaftlich. Wenn ein Kunde seinen gebuchten Zug nicht nutzen möchte, kann er die Plan&Spar-Fahrkarte umtauschen. Er muss dafür 15 Euro bis zum Ende der Vorverkaufsfrist und 30 Euro einen Tag vor Reiseantritt zahlen. Ändert der Kunde noch am Reisetag seine Pläne, muss er einen Plan&Spar-Zusatz für 45 Euro zuzüglich der Differenz zum Normalpreis zahlen.

Damit will die Bahn erreichen, dassSpar- Kontingente nicht durch "Luftbuchungen" blockiert werden. Wenn also jemand den Zehn-Prozent-Plan&Spar-Preis nutzt und statt 100 nur 90 Euro zahlt, das Ticket aber am Reisetag umtauschen will, müsste er 45 Euro Zusatz zahlen plus die Spardifferenz von zehn Euro. Er zahlt damit 90 Euro plus 55 Euro. Ohne Umtauschgebühr wären 190 Euro fällig, da das alte Sparticket verfallen und ein neues 100 Euro gekostet hätte. Kunden, die sich einen oder sieben Tage im Voraus entscheiden, können mit dem Plan&Spar-Preis zwischen 10 und 40 Prozent vom Normalpreis sparen.

Nicht umzusetzen sei, so Koch, auch die Forderung, auf die BahnCard weiter 50 Prozent Rabatt und nicht nur 25 Prozent zu gewähren, sagte Koch. Als Alternative müsste die Fahrpreissenkung auf langen Strecken wieder zurückgenommen werden.