Kurzarbeit angemeldet: Automobilkrise kommt auch bei FEV in Aachen an

Kurzarbeit angemeldet : Automobilkrise kommt auch bei FEV in Aachen an

Die Automobilkrise kommt auch bei FEV in Aachen an: Der weltweit agierende Ingenieurdienstleister meldet für Teilbereiche Kurzarbeit an. Wie viele Mitarbeiter betroffen sein werden, ist noch unklar.

Die Automobilindustrie steckt erstens in der Absatzkrise und zweitens in einem tiefgreifenden Umbruch. Beides bekommen zunehmend auch die Zulieferer und Dienstleister zu spüren. Dazu gehört die Aachener FEV-Gruppe, einer der weltweit größten unabhängigen Ingenieurdienstleister im Bereich Motorenentwicklung und Fahrzeugtechnik. Das 1978 gegründete und seither stark expandierende Unternehmen mit derzeit 6400 Mitarbeitern bestätigte am Donnerstag Informationen unserer Zeitung, wonach Teilbereiche am Stammsitz von Kurzarbeit betroffen sein werden.

Demnach werden von den Maßnahmen voraussichtlich ab Oktober konkret die Beschäftigten in den Prüfständen für Verbrennungsmotoren betroffen sein. Wie viele dies sein werden und welchen Umfang die Reduzierung der Arbeitszeiten haben, könne man derzeit noch nicht sagen. Man sei noch in der Vorbereitungsphase und habe aktuelle gerade erst Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur angemeldet, so ein Unternehmenssprecher.

Grund für die Situation sei, dass viele Automobilhersteller angesichts der aktuellen Marktsituation kurzfristig ihre Modellplanungen umgestellt hätten. Fast alle Marken beeilen sich nach vormals zögerlichem Agieren derzeit, Neuentwicklungen im Elektro- und Hybridsegment aus dem Boden zu stampfen und verzichten deshalb teils auf eigentlich geplante Projekte im Verbrennungsmotorenbereich. Damit fallen Aufträge weg.

FEV stelle sich seit langem aktiv auf den Umbruch ein, hieß es dort am Donnerstag. Das belegen Firmenzukäufe der jüngeren Vergangenheit aus dem Bereich der E-Mobilität und ihrer Komponenten. Zudem wird ein eigenes Elektroauto speziell für den Carsharing-Bereich entwickelt. Die nun eingetretene Rasanz der der Entwicklung in kürzester Zeit sei jedoch nicht vorhersehbar gewesen.

Der Umbau von Prüfständen für Verbrennungsmotoren in Testräume für E- und Hybridfahrzeuge soll mit den entsprechenden Investitionen soll bei FEV nun forciert werden. Zudem sollen die Mitarbeiter entsprechend qualifiziert werden. Auch dafür werde man die Phase der Kurzarbeit nutzen.

Insgesamt, so betont man bei FEV, sei die Gruppe weiterhin auf Wachstumskurs. Die Umsatzzahlen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und lagen 2018 bei rund 650 Millionen Euro. Das war ein Plus von über 20 Prozent gegenüber 2017. Zum Vergleich: 2013 lag der Umsatz noch bei 350 Millionen Euro. Die Mitarbeiterzahl steig im gleichen Zeitraum von rund 3200 auf 6300.

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