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Arbeitslosenquote sinkt: Arbeitsmarkt in NRW profitiert von Herbstbelebung

Arbeitslosenquote sinkt : Arbeitsmarkt in NRW profitiert von Herbstbelebung

Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen hat im Oktober von der alljährlich zu beobachtenden Herbstbelebung profitiert. Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl der Arbeitslosen um 2,2 Prozent auf knapp 757.000.

Die Arbeitslosenquote verringerte sich in NRW von 7,9 auf 7,7 Prozent. Auch im Regionalbezirk Aachen-Düren sank die Quote – wenn auch weniger stark von 7,5 auf 7,4 Prozent. Alle drei regionalen Kreise wiesen einen Rückgang der Arbeitslosigkeit auf. Nur bei einem Standort stieg die Arbeitslosenquote: in Monschau von 4,1 auf 4,2 Prozent.

„Die leichte Herbstbelebung, die auf dem Arbeitsmarkt im letzten Monat erste positive Einflüsse hatte, setzte sich im Oktober auf geringerem Niveau weiter fort. Die Arbeitslosigkeit verringert sich saisonbedingt um gut 730 Personen und das bei nahezu allen Personengruppen“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren. Die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie zeigen sich weiterhin vor allem im Jahresvergleich. „Wir müssen zum Vorjahr einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in allen Personengruppen verzeichnen. In absoluten Zahlen sind das rund 8000 arbeitslose Kundinnen und Kunden, die wir aktuell mehr betreuen, als im Oktober 2019“, erklärt Käser weiter. Er geht davon aus, dass diese Auswirkungen noch längere Zeit auf dem Arbeitsmarkt erhalten bleiben.

Die Krise beeinflusst auch die Anzahl an Betrieben, die Kurzarbeit beantragen. Demzufolge zeigten im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 25. Oktober 2020 insgesamt noch 71 Unternehmen neu Kurzarbeit für insgesamt 856 Personen an. Diese verteilen sich auf 37 Unternehmen mit 538 Personen in der Städteregion Aachen, 27 Unternehmen mit 284 Personen im Kreis Düren und sieben Unternehmen mit 34 Personen im Kreis Heinsberg.

Die Auswirkungen der Corona-Krise spiegeln sich auch in Nordrhein-Westfalen wider: Die Zahl der Arbeitslosen lag dort um 20,8 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresniveau. „Zwei Trends prägen den Arbeitsmarkt in NRW. Die Auswirkungen der Virus-Pandemie bleiben weiter deutlich sichtbar. Gleichzeitig findet der Arbeitsmarkt wieder in sein saisonübliches Muster zurück“, sagte der Chef der Regionaldirektion NRW, Torsten Withake.

Auswirkungen der Pandemie sieht Withake auch bei der Zahl der gemeldeten freien Stellen. Sie liege noch rund 10 bis 15 Prozent unter den Vergleichswerten der vergangenen Jahre. Das liege auch daran, dass einige Branchen, die in den vergangenen Jahren zu den Jobmotoren gehörten, in diesem Jahr kürzer treten müssten, etwa im Bereich des Hotel- und Gaststättengewerbes, im Einzelhandel, aber auch im Metall- und Maschinenbau.

„Es wird aber noch einige Zeit dauern, bis wir in NRW wieder einen vergleichbar niedrigen Stand in der Arbeitslosigkeit erreicht haben, wie wir ihn vor der Corona-Krise kannten“, sagte Withake. Insbesondere Menschen ohne ausreichende Qualifikationen hätten es in den kommenden Monaten weiter schwer. Welche Auswirkungen darüber hinaus neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens auf den Arbeitsmarkt haben, lasse sich noch nicht prognostizieren.

(jas/dpa)