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NRW und Region: Arbeitslosenzahl sinkt trotz Corona weiter

NRW und Region : Arbeitslosenzahl sinkt trotz Corona weiter

Dank der Hoffnung auf ein Ende der Pandemie fällt die Frühjahrsbelebung in NRW im Mai ungewöhnlich stark aus. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede.

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Monat deutlich gesunken. „Im Mai entwickelte sich der Arbeitsmarkt in NRW für Menschen ohne Beschäftigung ausgesprochen positiv“, berichtete der Chef der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit, Torsten Withake, am Dienstag in Düsseldorf.

Im Vergleich zum Vormonat sank die Zahl arbeitslos gemeldeter Menschen um 2,0 Prozent oder 15.312 Personen auf
733.916. Der im Frühjahr übliche Rückgang der Arbeitslosigkeit sei damit deutlich stärker ausgefallen als im langjährigen Mittel vor der Pandemie. Die Arbeitslosenquote sank in NRW von 7,7 auf 7,5 Prozent. Stichtag für die Datenerhebung war der 12. Mai.

Auch im Agenturbezirk Aachen-Düren gab es im Mai insgesamt weniger Arbeitslose. „Im Mai reduziert sich die Arbeitslosigkeit zum Vormonat saisonüblich um 1059 Personen, damit zeigt sich die Frühjahrsbelebung deutlich. Erfreulich ist, dass beide Rechtskreise, alle Personengruppen und alle Geschäftsstellen von der Entwicklung profitieren. Außerdem wurden seit über einem Jahr nicht mehr so viele neue Stellenangebote bei uns gemeldet, das stimmt uns zuversichtlich“, so Ulrich Käser, Leiter der Arbeitsagentur Aachen-Düren.

Aktuell sind rund 950 Arbeitslose weniger gemeldet als im Vorjahr. „Da der Arbeitsmarkt im letzten Mai bereits von der Corona-Pandemie betroffen war, ist der Vorjahresvergleich nicht mehr so aussagekräftig wie die Gegenüberstellung mit einem Mai, der nicht von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen war. Im Mai 2019 waren im Agenturbezirk rund 37.400 Menschen arbeitslos, mit aktuell gut 42.300 Menschen ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor sehr hoch“, so Ulrich Käser.

In diesem Monat sind gut 710 Menschen weniger arbeitslos geworden als im Vormonat, gleichzeitig bleiben die Abgänge aus der Arbeitslosigkeit stabil. Es ist rund 2500 Menschen im Mai gelungen eine Arbeit aufzunehmen. Die Arbeitslosigkeit reduziert sich besonders stark um 963 Personen im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit (Arbeitslosenversicherung). Im Bereich der Jobcenter (Grundsicherung) ist der Rückgang mit 96 Personen nur minimal. Die Arbeitslosenquote der Agentur Aachen-Düren sinkt von 7,4 auf 7,2. Nach wie vor gab es aber große regionale Unterschiede auf dem Arbeitsmarkt. Die Spanne in der Region reichte im Mai 2021 von 4,2 Prozent in Monschau bis 8,7 Prozent in der Stadt Aachen.

Insgesamt zeigten im Mai in der Region noch 87 Unternehmen mit 625 Personen Kurzarbeit an. Diese teilten sich auf 44 Unternehmen und 192 Personen in der Städteregion Aachen, 23 Unternehmen und 110 Personen im Kreis Düren sowie 20 Unternehmen und 232 Personen im Kreis Heinsberg auf. Angezeigte Kurzarbeit muss von den Unternehmen allerdings nicht realisiert werden.

In NRW war Coesfeld mit 2,9 Prozent der Landkreis mit der geringsten Arbeitslosenquote. Gelsenkirchen wies hingegen eine Quote von 14,8 Prozent auf und hatte damit die höchste Quote. „Landesweit liegt die Zahl der Arbeitslosen auch wieder unter dem Niveau von Mai 2020, als die Auswirkungen des 1. Lockdowns den Arbeitsmarkt stark beeinflussten“, sagte Withake. Die
Aussicht auf deutliche Lockerungen der pandemiebedingten Einschränkungen und auf eine Belebung der Wirtschaft bewege die Unternehmen in NRW jetzt wieder dazu, mehr freie Arbeitsstellen zu melden.

Auffällig ist laut Withake allerdings die unterschiedliche regionale Entwicklung. In Regionen wie dem Münsterland, Ostwestfalen-Lippe und Südwestfalen erhole sich der Arbeitsmarkt schneller von den Auswirkungen der Pandemie. Grund dafür sei neben der guten Entwicklung der Inzidenzzahlen und der damit lokal früher einsetzenden Lockerung der Schutzmaßnahmen vor allem das größere Gewicht des verarbeitenden Gewerbes in diesen Regionen.

„In den großen Städten der Rheinschiene, deren Arbeitsmarkt stärker von Dienstleistungen geprägt ist, stellt sich diese Entwicklung noch nicht so stark ein. Hier hemmen die Folgen der Pandemie weiterhin die Frühjahresbelebung“, erklärte Withake.

Vor Herausforderungen steht die Arbeitsagentur aktuell auf dem Ausbildungsmarkt. In NRW sind vier Wochen vor dem Beginn der Sommerferien noch 46.394 gemeldete duale Ausbildungsstellen offen. Gleichzeitig sind 39.476 Jugendliche noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Viele Jugendliche glaubten, dass es aufgrund der Coronavirus-Pandemie keine Ausbildungsplätze gebe. „Das Gegenteil ist aber der Fall. Viele Unternehmen in fast allen Branchen suchen händeringend Nachwuchs“, sagte Withake.

(jas/dpa)