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Alsdorf: Alsdorf: Siemens will Cycos schlucken

Alsdorf : Alsdorf: Siemens will Cycos schlucken

Für rund 42 Millionen Euro will der Bereich Information and Communication Networks (ICN) des Siemens-Konzerns den Alsdorfer Sofwareanbieter Cycos AG kaufen.

Siemens wird den Aktionären im Mai ein Übernahmeangebot in bar für alle Aktien in Höhe von 5,50 Euro pro Aktie vorlegen. Vorstand und Aufsichtsrat von Cycos begrüßen das Angebot und empfehlen den Aktionären die Annahme.

Die Alsdorfer Cycos AG erzielte im vergangenen Jahr mit rund 140 Mitarbeitern etwa 15 Millionen Euro Umsatz und wies im Schlussquartal erstmals seit dem Jahr 2000 wieder einen Gewinn vor Steuern aus. Siemens und Cycos arbeiteten seit Jahren bei der Entwicklung und im Vertrieb zusammen. Bisher hielt der Münchner Konzern bereits rund zwei Prozent der Cycos-Aktien.

Cycos-Vorstandsvorsitzender Klaus Pfleiderer begrüßte den Siemens-Vorstoß, der „sich positiv für den Standort Alsdorf auswirken wird.” Auch die Marke „Cycos” werde bestehen bleiben, erklärte er im Gespräch mit der AZ. Man werde in Zukunft noch stärker die Vertriebskanäle des Konzerns nutzen und die Produkte aus Alsdorf weltweit verkaufen.

Mit der Software von Cycos lassen sich verschiedene Kommunikationswege wie Sprachnachrichten, E-Mail oder Fax auf einer technologischen Plattform bündeln. Der Nutzer kann damit zum Beispiel seine Mails am Telefon abhören oder Sprachnachrichten am PC verwalten. „Das ist ein Geschäft mit Zukunftspotenzial”, sagte ein Siemens-Sprecher.

Pfleiderer und Teile des Managements halten über 60 Prozent des Aktienkapitals. Ob die Cycos-Aktie nach einer Übernahme an der Börse notiert bleibe oder vom Markt genommen werde, sei noch nicht entschieden, sagte ein Siemens-Sprecher.

Während die Siemens-Aktie am Dienstag leicht anzog, legte das Cycos-Papier bis zum späten Nachmittag um 13 Prozent auf 5,39 Euro zu und näherte sich damit dem von Siemens genannten Übernahmepreis von 5,50 Euro an.

Die Netzwerk-Sparte ICN des Siemens-Konzern hat die Flaute an den Telekommunikationsmärkten zu spüren bekommen. Besonders schlecht verkauft sich wegen der Schwäche der großen Telefonkonzerne Netzwerk-Infrastruktur. Durch Einsparungen und neue Produkte soll ICN im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wieder die Gewinnzone erreichen.