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Frankfurt: Aixtron legt einen Gang zu

Frankfurt : Aixtron legt einen Gang zu

Einem Rekordjahr mit bislang nicht gesehenen Steigerungsraten will der Aachener Maschinenbauer Aixtron auch 2008 und danach gute Jahre folgen lassen. Die Auftragsbücher für die Anlagen zur Herstellung Leuchtdioden (LEDs) und Bauelementen für andere elektronische Anwendungen sind prall gefüllt.

Die Nachfrage wird auch in Zukunft angesichts der Notwendigkeit von Energieeinsparung nach Ansicht von Vorstandschef Paul Hyland hoch bleiben. „Der Auftragseingang ist nach wie vor sehr gesund. Unsere Erwartungen sind viel versprechend”, sagte Hyland am Donnerstag in Frankfurt.

2008 verbuchte Aixtron ein Umsatzplus von 25 Prozent auf 215 Millionen Euro, das Betriebsergebnis erhöhte sich auch dank eines Tritts auf die Kostenbremse um 260 Prozent auf fast 21 Millionen Euro, der Nettogewinn um 200 Prozent auf 17,3 Millionen Euro.

Erstmals seit vier Jahren zahlt das Unternehmen mit sieben Cent wieder eine Dividende. 2008 rechnet Hyland mit einem Umsatz zwischen 270 und 300 Millionen Euro, der Betriebsgewinn soll bei einer Marge von zehn bis zwölf Prozent bei mindestens 27 Millionen Euro liegen.

Die ansonsten schwache Börse feierte die Zahlen und die Aussichten von Aixtron am Donnerstag mit einem Plus von zeitweise mehr als neun Prozent für die Aktie.

Die Lage sei so positiv wie seit fünf Jahren nicht mehr, sagt Hyland. „Wir wollen einen weiteren Gang zulegen.” Den Worten des Aixtron-Chefs wird die Nachfrage nach LEDs in den nächsten Jahren weiter deutlich steigen, und damit die Nachfrage nach den High-Tech-Produktionsanlagen aus Aachen und Herzogenrath.

So würden immer mehr LCD-Displays für Fernseher und Computer mit LED-Hintergrundbeleuchtung ausgestattet, die sparsamer ist und für brillantere Farben sorgt. Liege der Anteil von Laptops mit dieser Technologie derzeit noch bei einem Prozent, so wird 2012 eine Quote von 24 Prozent erwartet.

Bei Beleuchtungen und auch in Automobilindustrie werden schon seit Jahren immer mehr der sparsamen LEDs eingesetzt. Mit seinen Maschinen hat Aixtron hier einen Marktanteil von 60 Prozent.

Allein im vierten Quartal verbuchte Aixtron einen Auftragseingang von 87 Millionen Euro, im gesamten Jahr waren es fast 230 Millionen Euro. Derzeit hat das Unternehmen Aufträge im Volumen von 132 Millionen Euro in den Büchern.

Trotz der guten Auftragslage ist eine Ausweitung der Kapazitäten nach Angaben von Hyland nicht notwendig. Man fahre derzeit in Aachen nur mit einer Schicht, zudem zahle sich aus, dass man viele Arbeiten nach außen vergeben habe.

„Wir sind nicht durch die Kapazität begrenzt”. Bereits im vergangenen Jahr hatte Hyland angedeutet, das Aixtron mit den bestehenden Anlagen einen Umsatz von etwa 350 Millionen Euro stemmen könnte. Die Zahl der Mitarbeiter ist denn auch 2007 nur verhalten um acht Prozent auf 609 gestiegen, wobei die Mehrzahl mit rund 400 in Aachen und Herzogenrath beschäftigt ist.

Problematischer wäre auf Dauer eine weitere Abschwächung des Dollar. Schließlich erwirtschaftet Aixtron 81 Prozent seiner Umsätze mit Kunden in Asien und weitere zehn Prozent mit Abnehmern in den USA.

Rein rechnerisch hat der Kursverfall des Dollar gegenüber dem Euro den Umsatz von Aixtron 2007 um 15,7 Millionen und den Gewinn um rund fünf Millionen Euro gedrückt.