Aachen: AC2-Innovationspreis: Mit Tradition zu Höchstleistung

Aachen: AC2-Innovationspreis: Mit Tradition zu Höchstleistung

Dass auch traditionelle Wirtschaftsbereiche immer wieder zu hochkarätigen Neuerungen inspirieren — dafür ist die Aachener Indurad GmbH ein leuchtendes Beispiel. Das erst vor sechs Jahren als Ausgründung der RWTH gestartete Unternehmen wurde am Montagabend mit dem AC2-Innovationspreis Region Aachen ausgezeichnet.

Das von Reik Winkel geführte Unternehme Indurad steht für die laut dem Juryvorsitzenden, Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn, „herausragende Entwicklung“ einer dreidimensionalen Radartechnologie. Sie ermöglicht eine Online-Erfassung der Lagerbestände „alter“ Materialien wie Kohle, Eisen- und Kupfererz sowie von sonstigen Schüttgütern auf großen Halden. Zudem kann das Indurad-Know-how große Fördermaschinen wie Schaufelradbagger automatisch und sehr präzise in Position dirigieren.

Sein Vertreter, der Dürener Kreisdirektor Georg Beyß, überreichte Winkel die Siegerskulptur des Aachener Künstlers Rolf Jägersberg. Bei der von Bernd Büttgens, dem stellvertretenden Chefredakteur unserer Zeitung, moderierten Feier kamen rund 650 Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Forschung und Politik in den Krönungssaal des Aachener Rathauses. Weitere Nominierte waren die Aachener Antibodies-online GmbH, die Hemoteq GmbH aus Würselen und die Weyergans High Care AG aus Düren.

Der erstmals verliehene Jury-Sonderpreis ging an die Aachener FEV GmbH um den herzlich gefeierten Gründer Professor Franz Pischinger, einen der wichtigsten Entwicklungspartner der Automobil- und Motorenindustrie weltweit mit über 2900 hochqualifizierten Spezialisten in fünf Entwicklungszentren in der Welt.

Im Rahmen des Geschäftsplan-Wettbewerbs AC2 Gründung, Wachstum, Innovation wurden weitere Preise verliehen. Den mit 10.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt die Aachener Klang-Technologies GmbH für ihre innovative 3D-Audiotechnologie für Kopfhörer mit breitem Anwendungsspektrum, etwa für Bühnenmusiker und zur Rehabilitation von Hörgeschädigten. Der zweite Preis und 7500 Euro ging an die Pulsar Photonics GmbH aus Aachen. Sie entwickelte ein Werkzeug- und Messsystem für die Materialbearbeitung mit Lasern. Der dritte Preis und 5000 Euro wurden dem Heimbacher Projekt „Nat-Ur- Laub“ zugesprochen. Es bietet einen Ort der Entspannung und Entschleunigung in Anbindung an den Nationalpark Eifel.

Zudem wurden besondere Leistungen durch die Wachstumsinitiative gewürdigt. Platz eins und 5000 Euro heimste die „Modell Aachen GmbH“ ein, eine Ausgründung der RWTH und des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnologie in Aachen. Hier waren Software für interaktive Managementsysteme sowie Beratungs- und Serviceleistungen preiswürdig. Der zweite Preis mit 2500 Euro ging hier an die M+H Plast GmbH aus Düren. Das Unternehmen recycelt thermoplastische Kunststoffe aus Industrieabfällen.

Platz drei, verbunden mit 1000 Euro, erhielt der Innenausbau-Handwerksbetrieb Marcus Herrmann aus Stolberg. Die Tischlerei wurde für standardisierte und individualisierte Brandschutztüren ausgezeichnet. In allen drei hervorgehobenen Firmen soll die Zahl der Arbeitsplätze absehbar jeweils spürbar anwachsen.

Staatssekretär Günther Horzetzky vom NRW-Wirtschaftsministerium würdigte die hohe Kreativität, die die Aachener Region auszeichne. Dieses Niveau des Standorts zu halten, das funktioniere nur mit Innovation, sagte der Vertreter des Schirmherrn, Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD). Eine Volkswirtschaft sei darauf angewiesen, sich ständig zu erneuern, um wettbewerbsfähig zu bleiben, so Horzetzky.

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