Aachen: Aachens Schlüsselposition für das Tor nach China

Aachen: Aachens Schlüsselposition für das Tor nach China

Staatlich subventionierte Dumpingpreise, Produktfälschungen oder Investitionsbeschränkungen: Das Geschäft mit dem asiatischen Riesen China ist nicht immer leicht. Trotzdem führt an dem Mega-Markt mit 1,3 Milliarden Konsumenten kein Weg vorbei.

„Nur Unternehmen, die heute in China, der dynamischsten Volkswirtschaft der Welt, vor Ort erfolgreich sind und dort mit chinesischen Unternehmen mithalten können, haben eine Chance, auf Dauer erfolgreich zu sein“, sagt Hubert Lienhard, Vorsitzender im Asien-Pazifik-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, zum Besuch des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping, dessen Reise über Düsseldorf — der chinesische Telekommunikationsriesen Huawei hat dort seine Europazentrale — mittlerweile nach Brüssel führte. In NRW gibt es 800 chinesische Unternehmen.+

Während in Frankfurt am Montag die Pläne für ein Handelszentrum für die chinesische Währung Yuan vorgestellt wurden, kommen in Aachen am Donnerstag bei der Agit, der Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer, 80 Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft zum ersten „BWA China Roundtable Aachen“ zusammen. Eingeladen hat der Bundesverband Wirtschaftsförderung und Außenwirtschaft (BWA) mit seinen Wirtschaftsclubs Aachen-Düren und Shanghai in Kooperation mit der Kanzlei Daniel Hagelskamp & Kollegen.

„Der Austausch beider Länder auf Unternehmerebene intensiviert sich Jahr für Jahr, aber auch der deutsch-chinesische Wissenschaftsdialog gewinnt an Fahrt“, erklärt der stellvertretende BWA-Landesgeschäftsführer Jörg Jung. „Die Stadt Aachen hat hier in den letzten Jahren eine Schlüsselposition und Vorreiterrolle in Deutschland eingenommen.“

In der Tat: Aachen unterhält beste Beziehungen nach China. Es gibt eine Städtepartnerschaft mit der Metropole Ningbo, chinesische Studierende bilden die größte ausländische Gruppe an den Aachener Hochschulen. Das weit entfernte China steht den Aachenern weiter näher als mancher Staat am Rande Europas. „Die weltwirtschaftlichen Gewichte verschieben sich zunehmend Richtung China“, berichtet Jung.

Die Potenziale und Herausforderungen dieser Entwicklung werden beim „BWA China Roundtable“ beleuchtet, unter anderem in einer Diskussion mit FH-Aachen-Rektor Marcus Baumann, Fraunhofer-ILT-Leiter Reinhart Poprawe sowie den Unternehmern Markus Steilemann (Bayer Material Science, Shanghai), Michael Güttes (Mercuri Urval), Keming Du (EdgeWave) und Guido Imfeld (UN-Kaufrecht, Hagelskamp & Kollegen). Vorträge halten Malte Brettel, RWTH-Prorektor für Wirtschaft und Industrie) und Michael Schumann (Internationaler Wirtschaftsclub Shanghai). Und es gibt bereits erste Stimmen, in Aachen eine fortlaufende Veranstaltung dieser Art zu etablieren.

(tka)