Aachen: Aachener Energietechniker Lokurlu sieht großes Wachstumspotenzial

Aachen: Aachener Energietechniker Lokurlu sieht großes Wachstumspotenzial

Die internationale Finanzkrise macht Ahmet Lokurlu nicht ernsthaft Sorgen. Möglicherweise könnte es gewisse Verzögerungen beim Wachstum seiner Aachener Solitem GmbH geben, aber langfristig bleibe man auf Expansionskurs, versichert er in einem Gespräch, denn: „Wir haben ein Produkt, das genau in die Zeit passt.”

Gemeint ist der von Lokurlu entwickelte Parabolrinnen-Kollektor, der aus der Wärme der Sonnenstrahlen Kälte oder Wasserdampf entwickeln kann - und das mit 60 Prozent weniger Energieaufwand als herkömmliche Kältesysteme.

Im Augenblick befindet sich die Firma in einer Umbruchphase. Am Produktionsstandort im türkischen Ankara wird auf eine automatische Fertigung umgerüstet.

Am Firmensitz in Aachen sind 20 Mitarbeiter beschäftigt - im Werk in Ankara 30. In diesem Jahr wird ein Umsatz von zehn Millionen Euro angepeilt, davon 90 Prozent im Ausland.

Mit Partner MAN Ferrostaal

Die Signale sind auf rasches Wachstum gestellt, wozu auch der Partner MAN Ferrostaal (Anteil: 20,1 Prozent) seinen Beitrag in Forma langfristge Finanzierung der Anlagen leisten soll. Mit der unlängst gegründeten Tochter in Spanien soll der westliche Mittelmeerraum bedient werden, und in Indien will Lokurlu im Rahmen einer Kooperation (joint venture) ebenfalls Flagge zeigen. Hinzu kommen neue Produkte und Anwendungen Lokurlu ist dabei, seine Entwicklung der Parabolrinnen-Kollektoren auch für die Stromerzeugung einzusetzen.

Wegen der Variationsmöglichkeiten werden solche Anlagen mit herkömmlichen Photovoltaik-Einrichtungen nichts zu tun haben. Lolurlu: „Die Mischung macht sie interessant. Potenzielle Abnehmer wie Brauereien oder Textilbetriebe brauchen sowohl Strom wie Dampf als auch Kälte.”

Das Strom-Projekt befindet sich noch in der Testphase. Eine Demonstrationsanlage ist im Süden geplant. Überhaupt werden der Mittelmeerraum und Länder wie Australien und Indien künftig Hauptabsatzgebiete für die Solitem-Produkte. Ein spezielles Wachstumspotenzial sieht Lokurlu aber im arabischen Raum, wo sich für seine Produkte im Bereich der Meerwasserentsalzung ein weites Feld auftut. Langfristig gibt sich Lokurlu optimistisch.

„Unser Know-how haben wir und lange erarbeitet. Jetzt haben wir einen technologischen Vorsprung und wir sind gerüstet, spätestens 2010 voll durchzustarten.”

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