Aachen: Aachen liefert High-End-Produkt

Aachen: Aachen liefert High-End-Produkt

Einen puren „Adrenalinstoß” verspürte NRW-Staatssekretär Jens Baganz, als er vor Ort in Augenschein nahm, was dank satter Förderung durch das NRW-Wirtschaftsministerium an der RWTH entstanden ist: Der CDU-Politiker weihte an der Elite-Universität eine Plattform zur Prototypenfertigung ein, die - im Wortsinne - durchaus das Zeug besitzt, zum Technologie-Höhenflug anzusetzen.

Das Land hat 2,8 Millionen Euro zu dem Zukunftsprojekt beigesteuert, das in Kooperation mit der Industrie entwickelt worden ist. Und die finanzierte weitere zwei Millionen Euro. Für diesen Scheck zeichnete Reinhard Walter, Chef des Hanauer Anlagenbauers ALD Vacuum Technologies, verantwortlich.

Es geht um ein anwendungsreifes, innovatives High-Tech-Verfahren für superleichte und hitzebeständige Flugzeug-Turbinenschaufeln. In dem dabei eingesetzten neuen Werkstoff „Gamma-Titan-Aluminid”, einer intermetallischen Legierung, stecke „ein riesiges Potenzial für Energieeffizienz in der Luftfahrt - made in Germany”, sagte Robert Guntlin. Er ist Geschäftsführer von Access, dem federführenden An-Institut der Aachener Hochschule. Es hat 75 Mitarbeiter, davon 25 studentische Hilfskräfte, und machte 2009 einem Umsatz von 7,5 Millionen Euro. Mit im Boot sitzt der Feinguss-Spezialist Tital aus Bestwig im Sauerland mit Philipp Schack an der Spitze.

Der Staatssekretär sprach von „exorbitanten Gewichtseinsparungen”, die einen „echten Technologiesprung in den nächsten zehn Jahren” bescheren würden. Die RWTH sei „landesweit die beste Brutstätte für Produktionstechnik”. Und auch mit deren Hilfe müsse es gelingen, mit der jetzt geschaffenen Anlage die Basis zum Aufbau einer tragfähigen Serienfertigung zu legen. Ihn „elektrisiere” der Gedanke, dass Nordrhein-Westfale ein „High-End-Produkt” für die weltweite Luftfahrtindustrie anbieten könne. Dafür stellte Baganz weitere Hilfen in Aussicht.

Die Kraftstoffersparnis dank der Gewichtsreduzierung trage entscheidend zur Umweltverträglichkeit und damit zur Reduzierung klimaschädlichen Kohlendioxids im Flugverkehr bei, fügte Norbert Arndt, Geschäftsführer des Triebwerksherstellers Rolls Royce Deutschland, hinzu. 30 bis 50 Prozent mache dieser Kostenblock aus: „Werkstoffe spielen dabei die entscheidende Rolle.” Und Jörg-Michael Henne, Entwicklungs- und Technologieleiter von MTU Aero Engines München, kündigte an, dass sich sein Unternehmen „trauen” werde, Tital-Aluminium-Schaufeln in die nächsten neuen Triebwerke einzusetzen.

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