Aachen im Mittelfeld beim Städteranking

Zukunftsindex : Aachen liegt beim Städteranking im Mittelfeld – aber mit guten Aussichten

Keine Stadt in NRW schafft es unter die ersten zehn. Aachen ist im Zukunftsindex des neuen Städterankings gut platziert – bei der Lebensqualität allerdings nur im unteren Drittel. Das hängt auch mit Straftaten zusammen.

Auf den ersten Blick sind die Zahlen für die Städte in Nordrhein-Westfalen nicht erfreulich. Keine einzige Stadt schafft es unter die ersten zehn im diesjährigen Städteranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Zusammenarbeit mit der „Wirtschaftswoche“ und dem Internet-Portal Immobilienscout24. Die Landeshauptstadt Düsseldorf belegt bei der Bewertung der aktuellen Situation (Rang 13) und der Wirtschaftsdynamik (Rang 18) den besten Platz einer NRW-Stadt. Bei den Zukunftsaussichten verbesserte sich Köln um sechs Positionen auf Rang elf und ist damit in dieser Liste die bestplatzierteste Stadt aus NRW.

Das Ranking untersucht 71 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern im Hinblick auf drei große Kategorien: Niveau, Dynamik und Vorbereitung auf die Zukunft. Jede Kategorie ist in unterschiedlich viele kleinere Faktoren unterteilt. Das Niveauranking beschreibt die aktuelle Situation der Städte. Das Dynamikranking vergleicht die Entwicklung von einzelnen Faktoren in den vergangenen fünf Jahren. Untersucht werden unter anderem die Entwicklung von Mietpreisen, Kitaquoten und die Beschäftigungsrate von Frauen. Der Zukunftsindex beschreibt, wie die deutschen Großstädte auf neue Herausforderungen vorbereitet sind.

Aachen liegt bei der Bewertung der aktuellen Situation nur auf Rang 40. Dafür sorgt vor allem die gemessene Lebensqualität – hier reicht es nur für den 53. Platz.

Das wiederum liegt unter anderem laut der Studie an der schlechten Aufklärungsrate von Straftaten, wie die Einzelauflistung der „Wirtschaftswoche“ zeigt. Der Mittelwert bei den gelisteten Städten liegt bei 57,6 Prozent, in Aachen sind es nur 50,1 – Rang 59. Recht gute Werte hat die Kaiserstadt hingegen bei der Zahl der überhaupt begangenen Straftaten (Rang 24) und liegt dabei unter anderem vor Köln (Rang 66) und Bonn (Rang 33). Gemessen werden die Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Ebenfalls mit einem besseren Platz belohnt wird die hohe Quote an Kindergartenplätzen für Kinder von drei bis sechs Jahren (Rang 19) und die geringe Zahl der Schulabgänger ohne Abschluss (Rang 13).

Eine insgesamt deutlich bessere Platzierung erreicht Aachen beim Zukunftsindex (Rang 19). Sowohl bei der Ingenieursquote (Rang 7) als auch bei der Frage nach der Industrie der Zukunft (Rang 5) und den MINT-Hochschulabsolventen (Rang 4) kann Aachen mit seiner Elite-Hochschule RWTH punkten und liegt bei diesen Faktoren sogar noch vor NRW-Spitzenreiter Köln.

Am besten gerüstet für die Zukunft ist der Analyse zufolge Darmstadt: „Die südhessische Stadt ist Sitz einer großen Anzahl erfolgreicher und hochinnovativer Unternehmen“, sagt Hanno Kempermann von IW Consult. München und Berlin liegen bei der Dynamik und der aktuellen Situation auf dem jeweils ersten Platz: Bei der aktuellen Lage steht München unverändert auf dem Siegertreppchen – zum siebten Mal in Folge.

Und 30 Jahre nach dem Mauerfall eroberte Berlin den ersten Platz in puncto Dynamik. Vor allem auf dem Arbeits- und Immobilienmarkt sei das Tempo deutlich gestiegen, heißt es in der Untersuchung. In Aachen reicht es nur für Rang 37.

Schlusslicht sind die Städte im Ruhrgebiet. Dennoch sieht Kempermann Chancen für die Region. Als Pluspunkte nennt er unter anderem vergleichsweise günstigen Wohnraum, kulturelle Offenheit, eine dichte Besiedlung, spezialisierte Fachkräfte, Universitäten und Forschungsinstitute sowie Flughäfen.

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