Aachen: Entlassungen bei Maschinenbau-Unternehmen Schumag AG

36 Entlassungen : Aachener Schumag AG in neuen Schwierigkeiten

Der Aachener Maschinenbauer Schumag wird 36 seiner etwa 470 Angestellten entlassen. Das bestätigte am Montag Vorstandschef Johannes Wienands auf Anfrage unserer Zeitung, zuvor hatte das Unternehmen eine Pflichtmitteilung für die Börse veröffentlicht.

Der Grund für die Entlassungen und die damit verbundenen Restrukturierung sei ein konjunkturbedingter Rückgang von Aufträgen vor allem aus der Automobilbranche, sagte Wienands. Das 1830 gegründete Unternehmen geriet während der Weltwirtschaftskrise 2008 erstmals in größere Schwierigkeiten, von denen es sich bis heute nicht ganz erholt hat. Der Umsatz sank von mehr als 140 Millionen Euro im Jahr 2007 auf knapp unter 50 Millionen Euro 2017. Der Aktienkurs, der in den 90er Jahren bei fast 35 Euro gelegen hatte, beträgt im Moment noch 1,80 Euro.

Immer wieder gab es Turbulenzen, mal kaufte sich ein griechischer Investor, mal ein Hedgefonds aus der Karibik bei der Schumag AG ein. 2014 erwarb ein chinesischer Investor die Mehrheit der Schumag-Aktien, doch der erhoffte Erfolg blieb auch in dieser Phase aus. Vergangenes Jahr dann übernahmen drei Investoren aus Aachen und Eupen den Aktienanteil der Chinesen. Johannes Wienands, seit Dezember 2018 Vorstandsvorsitzender, hofft, dass nun tatsächlich einmal ruhigere Zeiten für die Schumag anbrechen.

Aktionärsversammlung am Mittwoch

Die neuerlichen Probleme des im Aachener Stadtteil Schleckheim angesiedelte Unternehmens hat vor allem mit der Dieselkrise zu tun, sagte Wienands am Montag. Die Schumag fertigt Teile für Einspritzdüsen unter anderem für die Automobilzulieferer Bosch und Continental. Dass nach den erheblichen Absatzrückgängen von Diesel-Pkw vor allem in Deutschland die Aufträge für die Zulieferer und damit auch für die Schumag zurückgehen würden, war nur eine Frage der Zeit.

Auch der Handelsstreit zwischen den Wirtschaftsmächten USA und China ist für den Aachener Mittelständler zum Problem geworden. Die Schumag fertigt Teile für Großdiesel, wie sie zum Beispiel in Lkw, Schiffen oder Spezialfahrzeugen für Minen verbaut werden. US-amerikanische Motorenhersteller sind in einigen Bereichen Marktführer für solche Großdiesel, und China ist ein bedeutender Exportmarkt. Der immer wieder neu aufflammende und letztlich ungelöste Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und der chinesischen Regierung über Import-, Export- und Strafzölle hat auch bei den Großdieseln zu Absatzrückgängen geführt. Was für die Schumag bedeutet, dass auch ihre Aufträge aus den USA zurückgegangen sind.

Wie Wienands seinen Aktionären bei einer Versammlung am Mittwoch mitteilen wird, haben sich Gewerkschaft, Betriebsrat und der Vorstand bereits auf einen Sozialplan geeinigt. Der Betriebsratsvorsitzende, der zugleich im Aufsichtsrat sitzt, war für eine Stellungnahme am Montagnachmittag nicht zu erreichen.

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