Körperkunst: Tattoos sind ein kreativer Ausdruck der Persönlichkeit

Körperkunst : Tattoos sind ein kreativer Ausdruck der Persönlichkeit

Kunst, das ist schon immer exklusiv gewesen. Lange Zeit galt das ebenfalls für Körperkunst, also auch für Tattoos. Nur hatte es meist nichts mit gehobenen Kreisen zu tun, lange Zeit wurde man als Asi, Knasti oder Punker abgestempelt.

Es war fast unmöglich, einen seriösen Job zu bekommen. Vor allem bei Tätowierungen an sichtbaren Stellen. Diese Zeiten sind zum Glück längst vorbei — auch wenn altbackene Kritiker anscheinend nicht so schnell aussterben. Dennoch sind Tattoos alltagstauglich geworden. Viel wichtiger aber: Sie sind jobtauglich geworden. Mittlerweile ist es noch nicht mal ein Problem, sich mit Tattoos bei der Polizei zu bewerben. Vorausgesetzt es sind keine politischen oder gewalttätigen Schriften, Symbole oder Bilder zu sehen. Aber das sollte selbstverständlich sein. Jede Kunstart hat ihre Grenzen.

Spätestens jetzt, wo bereits die erste Tattoo-Generation ihr Rentenalter erreicht hat, sollte ein Spruch, der gerne von besorgten Müttern gebraucht wird, in die Tonne geklopft werden: „Wie soll das aussehen, wenn du alt bist?“ Die Antwort: gut. Und falls nicht, gilt: Es liegt bestimmt nicht nur am Gestochenen.

Tattoos geben — im besten Fall — etwas preis. Sie zeigen die Persönlichkeit des Trägers, seine Hobbys, sein Leben. Das ist sehr sympathisch. Gerade in Zeiten der Sozialen Medien, in denen es von falschen Persönlichkeiten nur so wimmelt. Sie geben dem Träger aber auch Halt und zeigen, dass er selbstreflektiert ist.

Aber Achtung: Ein Tattoo sollte bedacht sein, hält es doch ein Leben lang. Zudem sollte auch die Wahl des Tätowierers nicht von jetzt auf gleich erfolgen. Da liegt nämlich die wohl einzige richtige Gefahr. Mein Tipp: lesen, lesen, lesen. Dann wird man in keinem Fall auf die Nase fallen und sich bald über sein neues Tattoo freuen — das für jeden selbst natürlich noch immer exklusiv ist.

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