Angemerkt: Stranger Things: How to be badass

Angemerkt : Stranger Things: How to be badass

Ein Paralleluniversum, ein schleimiges Schattenmonster, Outfits, die immer schamloser die 80er zelebrieren und eine Horde Minderjähriger, in deren Händen das Schicksal der Menschheit liegt: Extrem spannend und mit cleverem Humor überzeugt Stranger Things Millionen von Zuschauern.

Was die Netflix-Serie mit jeder Episode aufs Neue besonders grandios macht, sind ihre Heldinnen. Neben Hauptfigur Eleven ist da Nancy Wheeler, die sich in der ersten Staffel zügig von der genervten großen Schwester zur waffenaffinen, furchtlosen Retterin gewandelt hat und es in der dritten Staffel mit den alten weißen Männern in der Redaktion der örtlichen Zeitung aufnimmt. Und Max, die in der zweiten Staffel als die skateboardfahrende Königin der Arcade-Spiele eingeführt wird, gibt Eleven einen Crash-Kurs in Emanzipation. Manchmal kommt es einem fast so vor, als hätte das männliche Autorenduo dabei eine Checkliste abhaken wollen: starke, unabhängige weibliche Charaktere in einem männerdominierten Genre, die sowohl Hirn als auch Muskeln einzusetzen wissen. Achja, Homosexualität ist auch dabei.

Dass die Macher sich aber entschieden haben, die in den 80ern spielende Serie radikal und wie selbstverständlich nach heutigen Standards zu schreiben, ist (leider) ungewöhnlich und ihnen hoch anzurechnen.