Neue Sendung für Daniel Danger: Nicht nur in der Gefahrenzone

Neue Sendung für Daniel Danger : Nicht nur in der Gefahrenzone

Daniel Danger heißt eigentlich Daniel Schlipf und hat sich als Radioreporter mit seinen Aktionen und Selbstversuchen einen Namen gemacht – zum Beispiel mit #dangerfürdeutschland, als er als dritter Torwart zur Fußball-WM reisen wollte. Ab Dienstag bekommt er seine eigene Sendung „Danger Zone“ auf 1Live. Im Interview spricht er über Gefahr, Schafe und Wölfe und über seine Kunstfigur.

In deiner Sendung willst du auch ernste Themen ansprechen. Du warst aber auch schon im Unterhemd im Fünf-Sterne-Restaurant zu Gast und mit einem Mallorca-Hit in den Charts. Läufst du Gefahr, dass die Leute dich nicht mehr ernst genug nehmen?

Daniel Danger: Es gibt so viel Leid auf der Welt und jeder hat seine eigenen Problemchen. Wenn man dafür sorgen kann, dass die Menschen auch nur ein ganz kleines bisschen schmunzeln müssen, dann ist das eine schöne Aufgabe, finde ich. Ich fühle mich mit dem, was ich mache, sehr wohl.  Ich sehe das gar nicht so, dass die Menschen einen dann nicht mehr ernst nehmen. Ich habe auch schon ernstere Themen im Selbsttest behandelt und kann daher aus Erfahrung sagen: Das geht auch mit der Figur Daniel Danger. Es kann natürlich immer gern mit einem Augenzwinkern oder lustig sein, das ist aber nicht zwingend.

Worüber lachst du?

Danger: Ich habe tatsächlich nicht diesen Humor, den der ein oder andere vielleicht hat, wenn er mich scheitern sieht. Diese Schadenfreude ist bei mir gar nicht so stark ausgeprägt. Ich finde eher einen subtilen, beiläufigen und gerne auch tiefsinnigeren Humor sehr schön. Das versuche ich auch immer wieder bei mir, klappt aber nicht immer.

Wie möchtest du wahrgenommen werden?

Danger: Was mir unheimlich wichtig ist, und was ich mir als Ehrenkodex auferlegt habe: Ich bin keiner, der andere Menschen vorführen oder beleidigen würde.  Dann bin ich immer lieber selbst derjenige, der einen drüber kriegt – ob das jetzt beim Rugby ist oder beim Wettbewerb zu Mr. NRW. Also wenn ich als derjenige wahrgenommen werde, der über sich selbst lachen kann, aber nicht über andere –  das ist das, was ich mir wünsche.

Wie viel steckt von dir selbst in deiner Figur?

Danger: Wenn ich mich völlig verwandeln oder verstellen würde, dann würde es nicht funktionieren. Ich glaube, das würde der Hörer relativ schnell merken. Das Wichtigste ist also, dass ich authentisch bin. Aber natürlich ist es so, dass ich zu Hause dann doch ein bisschen ruhiger bin als die Figur. Wenn ich privat unterwegs bin, dann muss ich nicht die ganze Zeit im roten Sakko herumrennen oder auf den Tisch springen und im Vordergrund stehen. Mit Mikrofon im Unterhemd im Sterne-Restaurant sitzen, ja, ohne die Verkabelung, also privat, bitte nicht.

Wie wird man vom Radiovolontär zu Daniel Danger?

Danger: Ich bin da wahrscheinlich einfach zu spät weg gewesen und kam nicht mehr raus aus dieser ganzen Nummer. (lacht) Im Ernst: Ich habe klassisch ganz normale Reporteraufgaben übernommen, habe mit Menschen gesprochen, Umfragen eingeholt. Und eben auch mal den ein oder anderen Selbsttest gemacht. Irgendwann kam die Frage auf, ob ich das nicht regelmäßiger machen könnte. Und dann brauchte es nur noch einen Namen. Aus einer Kaffeelaune an einem sonnigen Tag heraus ist dann die Figur Daniel Danger entstanden.  Ich bin in das Ganze wirklich mehr oder weniger reingerutscht.

Der Name steht dafür, dass du dich gern in Gefahr begibst?

Danger: Es muss gar nicht immer zwingend gefährlich sein. Ich muss nicht immer mit einer Kanonenkugel hier aus dem Sender fliegen. Es können auch mal Hilfeleistungen für Menschen sein, investigative Selbsttests, Interviews mit prominenten Menschen oder was auch immer.

Was ist das Gefährlichste, das du bisher gemacht hast?

Danger: Ich war mal als Schaf verkleidet in einem Wolfsgehege im Duisburger Zoo. Und das hatte tatsächlich einen tieferen Sinn: Der Wolf war zurück in NRW und wir wollten investigativ-journalistisch unter Beweis stellen, dass der Wolf doch gar nicht so schlimm ist, wie er immer gemacht wird. Das haben wir dann auch glücklicherweise geschafft, die sieben Wölfe haben mir nämlich nichts getan. Trotzdem haben mir da schon ordentlich die Knie gezittert.

Aber du wusstest doch, dass kein Wolf auf dich losgehen wird?

Danger: Das war leider gar nicht klar. (lacht) Ich wusste nur, dass die Wölfe noch nichts gefressen hatten. Einmal bin ich übrigens auch mit Haien geschwommen, da hatte ich auch wirklich richtig Angst. Hinterher hat man mir dann gesagt, dass die Haie gar nichts tun. Die Leute haben, glaube ich, immer großen Spaß daran, mich so richtig schön zappeln zu lassen.

Wenn es dir doch Angst macht, warum machst du das?

Danger: Im Hai-Fall hatte ein Hörer geschrieben, er hätte häufiger gehört, Haie seien ja gar nicht so schlimm, ob ich das nicht mal ausprobieren könnte. Und ernstgemeinte Hörer-Wünsche kann ich einfach nicht abschlagen. In dem Fall habe ich das auch als Service-Leistung gesehen und habe das dann sehr ernst genommen.

Daniel Danger als Service-Dienstleister?

Danger: Genau. Wenn mir einer sagen würde: „Du, Daniel, ich kriege bald alle Weisheitszähne gezogen, ich hab Bammel und weiß nicht, wie das wird“, dann müsste ich automatisch darüber nachdenken, ob ich ihm diese Angst nehmen könnte, indem ich es einfach selbst ausprobiere und mir einen Weisheitszahn ziehen lasse. Wenn er sich jedoch aus irgendeinem Grund alle Zähne ziehen lassen wollen würde, dann müsste selbst ich überlegen.

Wo ist sonst deine Grenze? Was würdest du nicht tun?

Danger: Es gibt Sachen, die würden sowohl Daniel Danger als auch Daniel Schlipf niemals machen. Zum Beispiel sich ausziehen. Niemals, selbst wenn der Playboy mehr als 50 Euro bieten würde. Da muss ich auch die Menschheit irgendwo schützen!

Und abgesehen vom Nacktsein?

Danger: Es gab mal eine Geschichte, da war es irgendwo in einem fernen Land ein Trend, Kakteen zu essen. Da kam dann die Idee aus der Redaktion, man könnte doch mal probieren, ob das auch in NRW funktionieren würde. Das konnte ich ihnen dann aber relativ schnell ausreden. Es ist ja doof, wenn man den Selbsttest macht und hinterher nicht erzählen kann, wie’s war, weil man nicht mehr sprechen kann. Es gibt immer mal wieder so Beispiele, wo ich denke: Kann man machen, muss man aber nicht. Ich frage mich dann immer: Wollen die Menschen das wirklich hören oder sehen? Und will ich das selbst auch? Und ich würde keine Dinge machen, die lebensmüde sind oder komplett nach hinten losgehen könnten.

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