Musik beim Lernen lenkt ab

Pro und Kontra : Musik beim Lernen stört die Konzentration

Ich habe es schon oft mit Musik auf den Ohren versucht. Mit Ausdauer und höchster Konzentration. Aber am Ende des Tages ist das Ergebnis immer dasselbe: Entweder ein komplett weißes Blatt oder eines, auf dem beim Durchlesen der Eindruck entsteht, ich hätte  mir nebenher zwei Flaschen Rotwein gegönnt.

Das Konzept, sich beim Lernen noch eine zusätzliche Ablenkungsquelle hinzuzuholen, ergibt für mich keinen Sinn. Wenn Musik nebenher läuft, sei sie auch noch so leise, neige ich dazu, die Lieder plötzlich viel spannender zu finden als meine eigentliche Schreibtischarbeit. Bei Radiomusik ist es besonders schlimm: Bei fast jedem Lied kann ich mitsingen und habe dann nur die Liedtexte im Kopf, aber kein Wort mehr von dem, was ich eigentlich aufschreiben sollte. Nicht selten passiert es dann, dass sich Schnipsel der Liedtexte mit meiner eigenen Arbeit vermischen, was letztlich zu einem unentwirrbaren Sodom und Gomorra auf meinem Blatt führt.

Ich habe es auch schon mit klassischer Musik probiert oder monotonen elektrischen Beats. Das wiederum führt zu einer akuten Müdigkeit und verleitet mich zum Blick aus dem Fenster. Und ganz ehrlich: Draußen gibt es immer spannende Sachen zu sehen, wenn eigentlich die Arbeit ruft.

Die absolute Lernhölle ist für mich demnach das Arbeiten im Café. Wenn zur Musik auch noch das Gemurmel oder laute Gequatsche von Café-Gästen kommen, kann ich den Laptop auch direkt zuklappen. Wenn ich gezwungen bin, alles auszublenden, um mich konzentrieren zu können, bleibe ich lieber zu Hause und sperre mich drei Stunden in aller Stille konzentriert ein, um danach zum Entspannen ins Café zu gehen.

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