Micha Landoll unterstützt arme Dörfer in Bolivien

Hilfe zur Selbsthilfe : Rauchfreie Feuerstellen und Selbstversorger-Gärten

Bolivien gehört immer noch zu den ärmsten Ländern der Welt. Der Aachener Student Micha Manuel Landoll hilft mit dem Verein Aktion Sodis, die Lage der Menschen dort zu verbessern. Sie sollen lernen, sich selbst helfen zu können.

Wie bist du zu Aktion Sodis gekommen?

Micha Manuel Landoll: Ich hatte schon einen Bezug zu Bolivien, weil ich nach dem Abitur dort ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht habe. Im Studium wollte ich dann das, was ich dort gesehen habe, einsetzen und auch etwas zurückgeben. Mittlerweile bin ich schon seit vier Jahren bei Aktion Sodis.

Was sind deine Aufgaben bei der Aktion Sodis?

Micha: Ich bin bei allen Projekten so ein bisschen drin. Momentan sind es so fünf bis sechs. Im Herbst war ich zum Beispiel noch mal für sechs Wochen in Bolivien und habe dort mit einer Berufsschule das Projekt ,Bildung bleibt‘ für kommendes Jahr geplant. Dabei wollen wir unter anderem dafür sorgen, dass den Berufsschülerinnen- und schülern mit technischen Ideen das entsprechende Know-How für die Umsetzung beigebracht wird. Im Unterricht wird also die Idee bis zur technischen Lösung weiterentwickelt. Am Ende der Unterrichtsperiode fahren alle in ein abgelegenes Dorf und versuchen, das Erlernte auch wirklich umzusetzen und den Bewohnern zu helfen.

Was sind das für Ideen?

Micha: Zum Beispiel eine rauchfreie Feuerstelle zu bauen. Oder wir legen zusammen Gärten an. Aufgrund der langen Trockenzeit ernähren sich die Menschen sehr einseitig. Die Gärten sollen da Abhilfe schaffen und eine vielseitigere Ernährung ermöglichen.

Regelmäßiges Händewaschen gehört hier mittlerweile zum Alltag. Foto: Dante Alejandro Lorini

Wie finanziert Ihr euch?

Micha: Größtenteils momentan über Spenden. In Zukunft wollen wir uns aber auch vermehrt auf Stiftungen konzentrieren.

Die Hygiene-Schulungen von lokalen Technikern aus den Dorfgemeinden ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Krankheiten. Foto: Maria Lütticke

Du bist schon länger dabei, was war deine einprägsamste Erfahrung bei Aktion Sodis?

Micha: Das war der Besuch der Dorfschule in Ipote, mit der wir vor drei Jahren zusammengearbeitet haben. Es war richtig schön zu sehen, dass die rauchfreie Feuerstelle, Wasserfilter und regelmäßiges Händewaschen dort mittlerweile zum Alltag gehören. Vor drei Jahren war das noch nicht der Fall.

Was ziehst du für dich persönlich aus der Arbeit neben dem Studium?

Micha: Ich lerne super viel. Für mich persönlich und das Berufsleben. Ich bekomme viele Kompetenzen mit, die ich an der Uni so nicht lernen würde. Wir sind auch vom Team her ein bunter Haufen, das ist sehr bereichernd.

Willst du auch nach dem Studium in Bolivien arbeiten?

Micha: Für kurz- oder mittelfristig könnte ich mir schon vorstellen, nochmal länger als sechs Wochen in Bolivien zu arbeiten. Ich möchte mich auf jeden Fall auch weiterhin engagieren, auch nach dem Studium. Konkrete Pläne für meine Zeit nach dem Studium habe ich aber noch keine.