Neues Musiknetzwerk „MuNa“: Mehr Bühnen für die Jungen in der Musikszene

Neues Musiknetzwerk „MuNa“ : Mehr Bühnen für die Jungen in der Musikszene

Aachen Till Görgen möchte die junge Musikszene in ­Aachen vernetzen. Genau genommen ist er gerade schon dabei, das zu tun.

Görgen macht selbst Musik, seit Jahren in verschiedenen Bands, er hört Musik, wann immer es geht, am liebsten Rock und Pop. Im vergangenen Herbst, Görgen hatte gerade sein Abitur gemacht und überlegte, wie es für ihn weitergehen sollte, kam ihm die Idee zum Netzwerk. „Ich kannte ja schon den ein oder anderen“, sagt er. Diese Musiker hat er in einer WhatsApp-Gruppe eingesammelt, die wiederum auch jemanden kannten und in die Gruppe gebracht haben und so weiter. Inzwischen, sagt Görgen, sind rund 40 Leute Teil des jungen Netzwerks, alle im Alter zwischen 15 und 35 Jahren. Es soll, das ist Görgen wichtig, jungen Leuten Türen öffnen, aber nicht kommerziell sein.

Die Gruppe, erklärt Görgen, soll zweierlei bringen: Die Vernetzung und Hilfe untereinander, innerhalb der Musikszene, und die Vernetzung nach außen, etwa zu Veranstaltern. Gerade bei der jungen Musikszene sieht er noch Verbesserungsbedarf. Wenn er den Hintergrund des Musiknetzwerks erklärt, benutzt Görgen oft das Wort „Plattform“. Denn genau darum geht es: Sehen und gesehen werden auf einer stetig wachsenden Plattform. Bei Fragen wie „Wo kann ich in Aachen auftreten?“ soll ebenso geholfen werden wie bei der Suche nach fehlenden Bandmitgliedern. Ein Klassik-Quartett habe in der Gruppe schon eine Querflötistin gefunden, sagt er.

Womit Görgen gleich zum nächsten Punkt kommt: Das Netzwerk soll genreübergreifend sein. Er selbst kann sich mit vielen Musikrichtungen anfreunden: Er hat schon Bass in einer Metalband gespielt, dann in einer Jazz-Gruppe und er war Sänger in einem Singer/Songwriter-Projekt. Er findet: „Es gibt viele coole Bands in Aachen, die mehr Auftritte verdient hätten.“ Egal, welches Genre. In der Gruppe seien Klassik-Ensembles über Metalbands bis hin zu einem DJ alles dabei.

Die Verbindung zwischen Bands und Locationbesitzer, die klappe oft aber nicht so gut, sagt er, und ist damit wieder beim Vernetzen. Die Gruppe, die als WhatsApp-Chat begonnen hatte, ist inzwischen auf Facebook und Insta­gram erreichbar, es gibt Plakate in der Stadt, die auf das Netzwerk aufmerksam machen und es gibt eine zentrale Mail-Adresse für alle, die mitmachen wollen, ein Logo ist in Arbeit. Etablieren möchte Till Görgen freie Jam-Abende. Zwei gab es schon, der jüngste ist erst ein Wochenende her, 15 Musiker aus dem Netzwerk haben sich getroffen, um gemeinsam Musik zu machen. Dort seien auch Menschen gewesen, die Görgen überhaupt nicht kannte, sagt er. Die Vernetzung innerhalb der Gruppe funktioniert offenbar.

Außerhalb steht im März so etwas wie die Feuertaufe an. Der Konzertabend „Teenage Kicks“ findet am Wochenende vom 8. bis 10. März in der „Graviersanstalt“ in Aachen statt. An allen drei Tagen, Freitag, Samstag und Sonntag, sollen Konzerte stattfinden, zwischendrin außerdem noch Workshops und viel Zeit für den Austausch. Bislang seien sechs Bands fest dabei – mehr dürfen es gern noch werden, sagt Görgen.

Till Görgen hat sich inzwischen dafür entschieden, Musik zu studieren. Dafür muss oder wird er Aachen womöglich verlassen – und will allein schon deswegen das neue Netzwerk nicht an seiner Person aufhängen. „Es gibt keine Hierachie, das soll irgendwann von selbst laufen“, sagt er. „Dann könnten wir zeigen, dass man so ein Projekt einfach aus dem Boden stampfen kann.“