Kommentiert: Thema Familienalltag im Netz zeigen

Pro und Kontra : Den Familienalltag im Netz zu zeigen, ist okay

Nadine Eikermann findet, den Famillienalltag im Netz zu zeigen, ist okay, solange einige Regeln beachtet werden.

Immer häufiger vermarkten Influencer, meist Mütter, sich und ihre Familie bei Instagram und Youtube. Sie posten Fotos und Stories aus ihrem Familienalltag. Ihre Kinder spielen dabei eine essenzielle Rolle, denn je süßer sie sind, desto mehr Werbeeinnahmen können die Eltern dank ihnen generieren. Ob Kooperationen mit Kosmetik-Herstellern, bekannten Kleidungsmarken oder Urlaubsresorts, die Kinder werden hübsch verpackt, abgelichtet und die Fotos dann ins Netz gestellt. Und nicht nur bei denjenigen, die ihr Geld mit den Fotos der Familie verdienen, landen die Aufnahmen auf Facebook und Co.

 Solange Grenzen zum Schutz der Kinder dabei bewahrt werden, ist diese Art von Zurschaustellung nicht verwerflich. Das, was früher Fotoalben oder Modekataloge waren, sind heute Soziale Netzwerke.

 Bei denjenigen, die ihr Geld hauptberuflich auf diesen Plattformen verdienen, gehört die Vermarktung dazu. Das hat für die gesamte Familie den Vorteil, dass der Influencer keinem anderen Job mehr nachgehen muss und von zu Hause arbeiten kann und dort für die Kinder da ist.

Familien, die nur in ihrer Freizeit Bilder auf solchen Plattformen posten, machen es, um ihren Stolz zu zeigen. Wenn die kleine Enkelin ihr neues Weihnachtsgeschenk in die Kamera hält oder glückliche Sohn nach seinem ersten Tor im Fußballspiel jubelt, dann wollen die Eltern und Großeltern das mit ihren Freunden und Bekannten teilen.  

Geschehen sollte das Ganze allerdings nur unter zwei Voraussetzungen: Es sollten keine Fotos und Videos veröffentlicht werden, für die sich das Kind später vermutlich schämen würden – auch wenn es für den Erwachsenen noch so süß scheint, wenn das Kind mit eisverschmierter Schnute in die Kamera grinst – oder die das Kind gefährden könnten, wie Nacktaufnahmen. Und sobald das Kind den Wunsch äußert, nicht mehr für Fotos oder Videos herhalten zu wollen, müssen die Eltern das akzeptieren.

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