Kommentiert: Kein modernes Königshaus

Kommentiert: Kein modernes Königshaus

Dass Meghan Markle, die zukünftige Frau an Prinz Harrys Seite, in dieser Woche ihre Social-Media-Profile gelöscht hat und sich damit den strengen Vorgaben des Königshauses hat beugen müssen, war die falsche Entscheidung, wenngleich es auch nachvollziehbar ist. Künftig wird man Neuigkeiten der 36-Jährigen nur noch über die offiziellen Kanäle des Kensington Palace, wie bei den Windsors üblich, finden.

Knapp zwei Millionen Followern auf Instagram, 800.000 Followern auf Facebook und etwa 350.000 auf Twitter kehrt Markle damit von heute auf Morgen den Rücken. Aber warum? Verständlich ist, dass Markle ihren Beruf als Schauspielerin aufgeben musste. Ein traditionelles Königshaus kann es nicht dulden, dass eine Prinzessin im TV etwa andere Männer küsst oder leicht bekleidet vor die Kamera tritt. Klar.

Nachvollziehbar wäre gewesen, wenn Markle jene Bilder gelöscht hätte, die sie in einem leicht beschwipsten Zustand oder in Kuss-Mund-Pose zeigen.

Ein modernes Königshaus sollte aber mit dem Strom der Zeit schwimmen. Markle hätte sich auf ihrem Profil zwar nicht gleich im Bikini zeigen müssen, aber ab und zu ein Post von einem eleganten Dinner, einer Spendenübergabe oder von einem Ausflug mit ihrem Liebsten wäre für ihre vielen Fans sicher ein kleiner Trost gewesen.

Das Fortführen ihres Accounts hätte sicher zur Folge gehabt, dass das Königshaus bei jüngeren Generationen wieder beliebter geworden wäre. Stattdessen schüttelt die Jugend nur mit dem Kopf. Jene eigentlich emanzipierte Frau, die nicht nur ihre Schauspielerei, sondern auch ihren Lifestyle-Blog für den Prinzen aufgibt, hätte ihn weiterführen sollen — als Zeichen für ein Königshaus, das offen, volksnah und sympathisch ist.

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