"Jugend debattiert" im Anne-Frank-Gymnasium

Debatte : Wettbewerb „Jugend debattiert“: Schüler der Region diskutieren vor Jury

Ganz hervorragend haben sich nach Meinung der Jury die Schüler der Sekundarstufe II bei der Debatte zum Thema „biodiversitätsfreundliche Gestaltung“ geschlagen. Zum Regionalverbundfinale sind insgesamt acht Debattanten im Anne-Frank-Gymnasium angetreten. Und vor allem die Älteren haben ihre Sache richtig gut gemacht.

„Das war schon ein Niveau auf Landes- oder Bundesebene“, hieß es seitens der Jury. Gärten, Grünflächen und Gewerbegebiete so zu begrünen, dass die Artenvielfalt gefördert wird, halten Philipp Sudmann (St.-Leonhard-Gymnasium, Aachen) und Christian Lindt (Gymnasium Monschau) angesichts aktueller Umweltprobleme für eine ganz wunderbare Idee. Zumindest haben sie in der Debatte diese Meinung als Pro-Redner vertreten. Und sie haben das so gut gemacht, dass sie als Sieger aus dieser Begegnung im Anne-Frank hervorgingen.

Dass die Kommunen eine solch biodiversitätsfreundliche Gestaltung zwingend vorschreiben, hielten Justin Hens, (Gymnasium Geilenkirchen) und Geneviève Dreßen (Gymnasium Geilenkirchen) dagegen für keine gute Idee. Beide Seiten tauschten Argumente aus, legten dabei das Für und das Wieder dar, und gingen dabei immer wieder gezielt auf ihre Kontrahenten ein. Die vier Debattanten machten das so geschickt, dass auch die Zuhörer, darunter der Landtagsabgeordnete Karl Schultheis und Paul Palmen, Bezirksregierung Köln, fasziniert zuhörten.

Es sei doch viel zu kostenaufwendig, ein solches Programm umzusetzen, kritisierten die Gegner, während die Befürworter sich optimistisch zeigten. „Entsprechend angelegt kann ein Garten zu einem vollständigen Ökosystem heranwachsen“, sagte Christian Lindt. Und dann sei die Pflege weder aufwendig noch kostenintensiv. „Wir setzen auf die Bürger“, sagte er schließlich noch und zeigte damit ein großes Vertrauen in deren Umweltengagement. Die verschiedenen Debattanten hatten ihre Standpunkte gut herausgearbeitet, und die Jury zeigte sich entsprechend beeindruckt von ihrer Leistung.

Die Debattanten aus der Sekundarstufe I mussten da deutlich mehr Kritik einstecken. Sie hatten sich Gedanken zur Frage gemacht, ob Kommunen für die weiterführenden Schulen eine Minimalquote für die Aufnahme von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund festlegen sollten. „Das Thema war schwierig, aber man hätte das Chaos doch besser auflösen können“, urteilte die Jury. Zu Beginn der Debatte wird jedes Thema mit seiner besonderen Problematik vorgestellt. Und genau dieser Teil war nach Meinung der Juroren nicht so ganz gelungen. „Der Debatte hat die Grundlage gefehlt“, hieß es. Konstruktive Kritik gehört dazu, und entsprechend aufmerksam nahmen die Debattanten anschließend ihre persönlichen Beurteilungen entgegen.

Hanna Voßen (Gymnasium Geilenkirchen) und Cecilia Blöß Lopez (Couven-Gymnasium, Aachen) belegten in der Sekundarstufe I die ersten beiden Plätze. Hanna hat dabei vor allem wegen ihrer „engagierten und freundlichen Art“ überzeugt. Aber: Bei der Recherche hätte sie genauer sein können und einige Sätze hätte sie genauer überdenken müssen, hieß es seitens der Jury. Cecilia Blöß Lopez bekam Lob vor allem auch wegen ihrer Gesprächsfähigkeit. Außerdem sei sie sehr gut auf die Fragen der Kontrahenten eingegangen.

Die ersten beiden aus jeder Altersstufe gewinnen ein dreitägiges Rhetorik-Seminar mit Profi-Trainern und haben sich für die Landesqualifikation in Oberhausen im Mai qualifiziert. In jedem Fall aber haben sie mit der Teilnahme an „Jugend debattiert“ etwas gelernt, was Ihnen in ihrem späteren Leben immer von Nutzen sein wird, hatte Wolfgang Gurzan, Schulleiter des Anne-Frank-Gymnasiums, eingangs betont. Und das wird ganz sicher ein Trost sein für die, die jetzt nicht weitergekommen sind.

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