Unsere Tipps für euch: Gruseln geht auch auf der Couch

Unsere Tipps für euch : Gruseln geht auch auf der Couch

Halloween steht vor der Tür. Die kleinen Menschen begeben sich auf Süßigkeitenjagt, die großen Menschen tummeln sich auf Kostümpartys und Halloween-Events aller Art, vom Escape-Room bis zum Krimidinner. Gruseln kann man sich aber auch ganz bequem auf der heimischen Couch.

Das WirHier-Team verrät, was seine liebsten schaurigen Filme, Serien und „urban legends“ sind. Diese eigenen sich zum Solo- oder Gruppen-Gruseln und auch für zartbesaitete Halloween-Fans ist etwas dabei.

Anke Capellmann – The Ritual

Es kommt nicht selten vor, dass mein Partner und ich es uns am Wochenende gemütlich machen und einen Horrorfilm gucken. Dementsprechend haben wir auch schon fast den gesamten Fundus durchgekaut. An unseren jüngsten Film erinnere ich mich auch noch genau. In „The Ritual“, einem britischen Horrorfilm, geht es um vier Freunde, die sich in Andenken an ihren verstorbenen Freund auf den Fernwanderweg Kungsleden im nordschwedischen Nationalpark Sarek begeben. Der Film glänzt meiner Meinung nach mit gelungenem Gruselfaktor – vor allem, als die Freunde eine Abkürzung durch einen finsteren Wald nehmen. Nachdem sie einen ausgeweideten Elch finden, nimmt das Grauen seinen Lauf. Fast bis zum Schluss hat uns der Film gefesselt. Leider endet er etwas absurd. Statt eines Serienmörders lauern nämlich plötzlich unrealistische Kreaturen auf die vier Freunde. Außerdem bleiben am Ende viele Fragen offen. Für mich ein Film, der stark angenfangen hat und am Ende leider etwas schwächelt – zumindest für echte Horrorfans.

Benjamin Wirtz – Der wahre Schrecken

Monster? Aliens? Vampire? Zombies? Das ist doch nicht gruselig! Es gibt eine Sache, die an Grusel nicht zu übertreffen ist: Kinder! Was gibt es Gruseligeres als ein kleines Mädchen mit langen nassen schwarzen Haaren im weißen Nachtkleid, das starr im Flur steht? Oder als einen Jungen, der mit dem Dreirad durch lange Gänge fährt und „Redröm“ murmelt (rückwärts lesen). Das löst die nackte Panik aus, lässt einen erschauern und kann verstören. Kinder sind der wahre Schrecken. Das beweisen Filme wie „Shining“, „Ring“, „Orphan – das Waisenkind“ oder „Das Dorf der Verdammten“. Dagegen sind die kleinen Geister- oder Serienmörderfilmchen doch kuschelige Romantikdramen. Also: weißes Nachthemd, schwarze nasse Haare – das ist übrigens auch ein relativ einfach umzusetzendes Halloween-Kostüm.

Caroline Niehus – Coco

Ich gehöre zu den Menschen, die Horrorfilmen überhaupt nichts abgewinnen können. Deshalb ist „Coco – Lebendiger als das Leben!“ für mich ein toller Halloween-Film. Denn dieser vereint die Gruselthematik mit kindlichem Zeichentrick-Spaß. Am mexikanischen Feiertag Día de los Muertos (deutsch: Tag der Toten) findet sich die Familie zusammen, um der lieben Verstorbenen zu gedenken. Der kleine Miguel erlebt diesen Tag aber auf eine besondere Weise: Er gelangt durch ein Missgeschick ins Reich der Toten, wo er seine verstorbenen Verwandten trifft. Während er ein altes Familiengeheimnis lüftet, versuchen diese ihn rechtzeitig vor Sonnenaufgang wieder zu den Lebenden zu bringen. Eine zauberhafte Familiengeschichte für einen gemütlichen Halloween-Abend.

Kim Statzner – Sabrina mal anders

Die junge Hexe Sabrina, ihre beiden Tanten Hilda und Zelda und ein gewisser magischer Kater haben schon viele Abenteuer erlebt, meist familienfreundliche. Auch Netflix hat sich im letzten Jahr mit Sabrinas Geschichte auseinandergesetzt. Die Serie mit dem Titel „Chilling Adventures of Sabrina“, von der nun auch eine zweite Staffel in Arbeit ist, hat mit Sabrinas vorherigen Fernsehauftritten aber nicht viel zu tun. Hier eine kleine Auswahl an Themen: Kannibalismus, Mord, satanistische Opfer, Dämonen und ein Exorzismus. Sabrina und ihre Tanten sind mittendrin und sind Opfer wie Täter. Gleichzeitig geht es aber auch um Feminismus, Mobbing, Liebe und Unabhängigkeit, und man weiß nie so richtig, was als nächstes passiert. Definitiv eine Serie zum Bingen in der Halloween Nacht.

Kristina Toussaint – Albtraumwesen

Der Moment, in dem man anhand eines Schattens langsam begreift, welches monströse Wesen da durchs Haus spukt oder in dem aus der seltsamen Oma ein drei Meter großes Ungeheuer wird: das ist, was mich an Gruselfilmen wie Paranormal Activity oder ES packt. Ganz offensichtlich nicht reale Wesen, die man aus den eigenen Albträumen kennen könnte, jagen mir wohlige Schauer über den Rücken. Man sitzt auf dem sicheren Sofa, die Hand halb vor den Augen, die Decke bis zum Kinn gezogen und erwartet, was, angekündigt von spannungsvoller Musik, da gleich Grauenhaftes kommen mag. Mit fällt kein anderer Lebensbereich ein, in dem diese Empfindung legitimerweise existiert: verzücktes Entsetzen.

Lars Voßen – South Park

Wer sich an Halloween nicht nur gruseln, sondern auch etwas lachen möchte, wird bei South Park fündig. Die US-Zeichentrickserie ist grundsätzlich für ihre makaberen und blutigen Handlungen bekannt. Und bei den Halloween-Specials der mittlerweile 23 Staffeln lassen sich die Macher erst recht nicht lumpen. Wie ein Blick auf die Handlungsstränge der Folge „Her mit dem Hirn!“ aus der ersten Staffel zeigt: Da führt die Wahl der Halloweenkostüme zu einer schweren Beziehungskrise zweier Drittklässler. Lebende Tote behindern die Jagd von Stan, Kyle, Cartman und Kenny nach Süßigkeiten. Ein als Diktator verkleideter Junge erhält eine wichtige Lektion: „Als Hitler in die Schule ist nichts für Coole!“ Und ein Zombiemassaker mithilfe von Kettensägen darf natürlich auch nicht fehlen. Da sollte doch jeder beim Serienabend an Halloween auf seine Kosten kommen.

Anne Schröder – Mörder im Auto

Ein Bekannter hat mir eine der gruseligsten Geschichten erzählt, die ich je gehört habe. Die Schwester eines Freundes von ihm ist nur knapp einem Mörder entkommen. Sie fuhr abends allein mit dem Auto durchs Dorf und musste an einer roten Ampel halten. Hinter ihr hielt noch ein Auto, das plötzlich wie wild anfing zu hupen. Als sie grün hatte, fuhr sie weiter und das Auto folge ihr bis nach Hause. Natürlich hatte sie Angst und als dann der Fahrer noch ausstieg, wollte sie fast weglaufen. Dann erklärte ihr der Autofahrer aber, dass, als sie an der Ampel hielt, ein Mann aus dem Gebüsch kam und heimlich auf die Rückbank in ihr Auto gestiegen war. Wohl erschrocken durch das Hupen ist der Mann, aber unterwegs wieder ausgestiegen. Die Frau war skeptisch, ob das so stimmte. Dann schaute sie auf die Rückbank und fand tatsächlich eine Schlinge, mit der der Man sie wohl erdrosseln wollte. Jetzt das große ABER: Die Geschichte ist frei erfunden, aber viele Menschen kennen sie, denn es handelt sich um eine sogenannte „urban legend“, also um ein modernes Märchen. Solche Gruselgeschichten von Bekannten, eines Bekannten wirken nah und real. Aber zum Glück sind viele einfach nur zum Erschrecken erfunden worden.

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