Festival-Survival-Guide: Egal, ob im Schlamm oder Staub

Festival-Survival-Guide : Egal, ob im Schlamm oder Staub

Festivals können sich wie ein Kurzurlaub anfühlen: rauskommen, Zeit mit Freunden und guter Musik verbringen. Damit nichts die Stimmung trüben kann, hat WirHier die ultimativen Survival-Tipps.

So ein Festivalwochenende kann sich wie ein richtiger Kurzurlaub anfühlen: Mit Freunden auf einer Wiese zelten, schwimmen gehen, im Staub oder Schlamm tanzen und den ganzen Tag bestenfalls keine größeren Probleme überdenken, als vor welcher Bühne man nun um 17.15 Uhr stehen wird oder für wann man den nächsten Toilettengang strategisch am günstigsten einplant. Damit sich auch wirklich keine Alltagsgedanken einschleichen, sollte man sich für den Festivalbesuch ausreichend Zeit nehmen und – wenn möglich – für den An- und Abreisetag je einen Urlaubstag gönnen.

Bevor es losgeht, lohnt es sich, ein bisschen zu planen. Am besten gemeinsam mit den Kumpanen, mit denen man Camp, Getränke und Musikboxen teilen will. Wer nimmt was mit? Welche Dinge kann man teilen? Neben Zelt, Schlafsack und Klamotten sollten ein paar essenzielle Dinge in keinem Rucksack fehlen. Praktisch sind eine Taschenlampe und Regenausrüstung. Neben Gummistiefeln am besten auch Flip Flops einpacken – für die öffentliche Dusche. Wer sich dort nicht stundenlang anstellen möchte (Tipp: morgens, wenn die meisten noch im Zelt liegen, ist es am leersten), sollte den Kulturbeutel mit einer Packung Feuchttüchern ausstatten. Außerdem ausreichend mitnehmen: Klopapier und Desinfektionsgel! Und: Panzerband! Zumindest kurzfristig lässt sich damit ALLES reparieren.

Damit das Handy das ganze Wochenende durchhält (Achtung: oft sind Mobilfunknetze auf dem Festivalgelände überlastet, weil Tausende Menschen gleichzeitig versuchen, jemanden anzurufen), ist es ratsam, eine leistungsstarke Power-Bank mitzunehmen.

Wer viel Platz im Auto hat, kann überlegen, was das Festivalleben noch besser machen könnte. Ist das Gelände sehr groß, ist es praktisch, ein Fahrrad dabei zu haben. Ein Pavillon, Campingstühle und ein großer Tisch, an dem alle sitzen können, macht es viel gemütlicher. Ist das Notwendige eingepackt, kann man über das Schöne nachdenken: Wie wär’s mit Lichterketten und Girlanden? Und mit einer Soundbox für die morgendliche Einstimmung aufs Konzert oder – noch besser – einer Gitarre für das Selbstmusizieren?

Beim Thema Essen scheiden sich die Geister: Die einen schlemmen mehrmals am Tag an teuren Ständen auf dem Gelände, die anderen leben drei Tage lang von Chips und Schokolade. Wer genug Platz hat, sollte einen Gaskocher mitnehmen. Dann aber keine aufwendigen Gerichte einplanen – für stundenlanges Gemüseschnippeln und köcheln lassen hat eh niemand Zeit und Muße. Lieber auf die Klassiker setzen: Nudeln mit Tomatensauce oder Pesto und ein bisschen Dosenfutter: Ravioli gehen notfalls auch kalt. Außerdem wichtig: Alles, was man für ein stärkendes Frühstück vor einem langen Konzerttag braucht. Und trotzdem genug Chips und Schokolade mitnehmen!

Auch wenn es nicht der Vorstellung von Rock’n’Roll entspricht: Wer ein kleines Bisschen vernünftig  ist, hat hinten heraus mehr Spaß. Deshalb sollte man auf einige Dinge hören, die Mutti immer schon gepredigt hat: Sonnencreme mitnehmen (und benutzen), genug Wasser und nicht zu viel Bier trinken, nur die nötigsten Wertsachen mitnehmen und diese eng am Körper tragen. Innerhalb der Gruppe immer aufeinander achtgeben. Wer Oropax dabei hat, kann die Ohren nicht nur schützen, wenn die Boxen beim Konzert auf volle Lautstärke gedreht werden, sondern auch besser schlafen, wenn die Campnachbarn nachts den Generator und die Musik weiterlaufen lassen.

Das Beste an Festivals ist: Man kann nicht nur gleich eine ganze Reihe seiner Lieblingskünstler innerhalb weniger Tage live erleben, sondern hat auch die Chance, einen unmittelbaren Eindruck von Bands zu bekommen, zu denen man normalerweise nie auf’s Konzert gehen würde – und Musik entdecken, die man vorher nicht kannte. Ein Line-Up, das Bands aus verschiedenen Stilrichtungen vereint, kommt bei Genre-Puristen nicht unbedingt gut an, erweitert aber den musikalischen Horizont.

Das Zweitbeste an Festivals ist: Im Idealfall entsteht hier eine kleine Parallelwelt, in der sich Musikbegeisterte ein paar Tage lang ihrer gemeinsamen Leidenschaft widmen. Dabei gibt es eigene Rituale. Zum Beispiel: Ein Festivalbesucher ruft nach einer fiktiven „Helga!“ Andere nehmen das auf und erwidern den Ruf. Die meisten Festivals bieten ein Programm an, das über die Konzerte hinausgeht: Auf kleineren Bühnen oder in Zelten werden Lesungen, Diskussionen oder Poetry Slams veranstaltet, man kann basteln, töpfern oder stricken und bis tief in die Nacht zum Set eines Djs tanzen.

Damit die kleine Auszeit im Grünen nicht in riesigen Müllbergen gipfelt, sollten Festivalbesucher darüber nachdenken, wie sich Abfall vermeiden lässt. Camping-Geschirr statt Plastikteller mitnehmen, kein Glas benutzen (geht kaputt und ist auf den meisten Zeltplätzen eh verboten) und alles wieder mitnehmen – dann bleibt der Friede mit den Anwohnern bewahrt und Wiesen und Felder nicht verdreckt zurück. Und: Wer zusammen mit anderen im Auto fährt oder mit dem Zug kommt, tut nicht nur etwas für sein grünes Gewissen, sondern spart sich auch die Schlacht um einen günstig gelegenen Parkplatz.

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