Kreis Heinsberg: „Wir haben die Wahl” lautet die Überschrift

Kreis Heinsberg: „Wir haben die Wahl” lautet die Überschrift

„Wir haben die Wahl”: So lautet die Überschrift einer Einladung zur öffentlichen Podiumsdiskussion mit Bundestagskandidaten am 4. September in Übach-Palenberg.

Dann soll es um Themen gehen, die von den Kandidaten sonst oft nur am Rande oder gar nicht erwähnt werden. Und genau darauf kam es den Organisatoren des Evangelischen Kirchenkreises Jülich an. „Nach den Entwicklungen der letzten Jahre wissen wir, dass unsere Welt in eine ziemliche Schieflage geraten ist”, erklärte Superintendent Jens Sannig bei einem Pressegespräch.

Vor allem mit der Globalisierung und dem Neoliberalismus habe sich die soziale und ethische Struktur geändert, zeigte er sich überzeugt. Daher sei es einmal wichtig zu erfahren, wie sich die Kandidaten dazu äußern und welche Standpunkte sie vertreten.

„Was wir nicht wollen, sind die üblichen Plakatantworten”, so Sannig weiter, „wir wollen herausfinden, ob wir nach der Wahl nur Hinterbänkler haben oder Menschen, die sich für unsere Themen stark machen.”

Dazu hat er gemeinsam mit dem Öffentlichkeitsbeauftragten des Kirchenkreises Jülich, Johannes de Kleine, und der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich vier Fragen ausgearbeitet, die Politik einmal anders beleuchten sollen.

Erster Punkt ist das Spannungsfeld Armut und Arbeit. Da solle sich zeigen, inwiefern die Parteien und Kandidaten bereit seien, Neoliberalismus in die Schranken zu weisen. „Wir wollen herausfinden, ob Einrichtungen wie die Tafel oder Lebensumstände wie Hartz IV zur Dauereinrichtung werden sollen”, sagte Sannig.

Zweites Themenfeld sind Wirtschaft und Finanzen: Die Bankenkrise und ihre Folgen sollen anhand von nachhaltigen und ethisch sinnvollen Anlagemöglichkeiten diskutiert werden. „So hat der Kirchenkreis konsequent auf ethische Geldanlagen umgestellt und verzichtet komplett auf Aktien”, wusste Sannig zu berichten.

Migration, Flüchtlingsarbeit, Bleiberecht und Aktionen jenseits der Europäischen Union bilden Punkt drei. Dazu passt auch die letzte Fragerunde, die sich um Entwicklung und Frieden drehen soll. „Denn heutzutage ist keine nationale Politik mehr ohne den Blick auf Europa und die Welt möglich”, schloss der Superintendent.

Er wird auch Moderator des Abends sein. Mit gezielten Fragen und kurzen Antworten soll versucht werden, ein Bild davon zu zeichnen, welche Standpunkte die Kandidaten dazu einnehmen.

Zur Diskussion, die am Freitag, 4.September, um 20 Uhr in der ehemaligen Lohnhalle des Carolus-Magnus-Centrums in Übach-Palenberg an der Carlstraße stattfindet, werden Leo Dautzenberg (CDU), Christa Frohn (Linke), Gisela Johlke (Grüne), Andreas Rademachers (FDP) und Norbert Spinrath (SPD) erwartet. „Die NPD ist gezielt nicht eingeladen worden”, machte Sannig deutlich.

Um fachlich fundierte und neutrale Standpunkte zu erhalten, wird für jedes Themengebiet jeweils mindestens ein Experte zur Verfügung stehen, der aktuelle Entwicklungen darstellen kann.