Selfkant-Höngen: Wills Sextipp: Das Güllefass als Aphrodisiakum

Selfkant-Höngen: Wills Sextipp: Das Güllefass als Aphrodisiakum

Rein körperlich betrachtet war Hastenraths Will in der Alten Schule in Höngen mit seinem ersten Soloprogramm „Das Büffet ist eröffnet” zu Gast, doch fühlten sich die Besucher des Premierenabends eher zu Gast in Hastenraths Wills guter Stube.

Will und seine fleißigen Helfer hatten weder Mühen noch - den Sponsoren sei Dank - Kosten gescheut und das originale Mobiliar von Saeffelen nach Höngen rübergekarrt. Von der Tapete, über die geschmackvolle Stehlampe, die Jesusfigur auf dem Beistelltischchen, das Telefon mit Plüschbezug bis zum Fläschchen Dujardin strahlte alles heimelige Atmosphäre aus. Auch ein Sack Körnerfutter für Geflügel fehlte nicht, man weiß ja nie, wer zu Besuch kommt.

„Clubatmosphäre”

Die Gäste, 60 an der Zahl, hatten schon vor einem halben Jahr ihre Eintrittskarten gekauft, schließlich ist Wills Wohnzimmer kein Ballsaal und das Kartenkontingent begrenzt. Der enge Kontakt zum Publikum, Clubatmosphäre würde man das bei einem Jazzkonzert nennen, ließ den berühmten Funken, den Komiker Christian Macharski mit den weltanschaulichen Betrachtungen seines charismatischen Ortsvorstehers und Landwirts entzündete, schnell überspringen.

Hastenraths Will ist eine Legende und Sprüche wie „Das Büffet ist eröffnet, sach ich bei jeder Rede, kommt immer gut an, auch wenn et nachher nix gibt” haben ihn zu einem der beliebtesten Kulturträger der Region, Beispiel Selfkant Safari, werden lassen.

Hastenraths Will feiert die Premiere seines neuen Programms gleich fünffach im Rahmen der „Die große kleine Dörfer Tour”. Man mag es kaum glauben. Wie schafft er das nur neben der Landwirtschaft, an fünf aufeinander folgenden Tagen in sage und schreibe fünf verschiedenen Kommunen?! Die Spielorte stehen fest, nach Höngen folgen Merbeck, Langbroich, Kempen und Brüggelchen - alle ausverkauft. Sicherlich hatte es sich schon herumgesprochen, wie Hastenraths Will seinem Höngener Publikum noch einmal versicherte: „Keiner geht heute dümmer nach Hause, als wie er gekommen ist.”

Der Bildungsanspruch kam nicht zu kurz, ob nun Massentierhaltung, Weltreligionen oder erotische Traumdeutung - da gab es keine Tabuthemen. Auch aus dem Privatleben des bekennenden Kosmoproleten erfuhren die Besucher Wissenswertes. Fast 30 Jahre verheiratet ist er und hatte nur einmal Streit mit seiner Gertrud: „Dat war bei der Hochzeit, als ich die nich mit auf das Hochzeitsfoto haben wollte.”

Steigende Milchpreise

Tipps für ein erfülltes Sexualleben hatte Will auch parat: „Während man Sex hat, einfach mal an wat Schönes denken, steigende Milchpreise oder dat neue Güllefass.” Hastenraths Will an sein Publikum: „Hat hier einer schon mal wat von Fesselspiele gehört?” Zurückhaltendes Schmunzeln, doch keiner zeigte auf. Will: „Hatte ich in Höngen auch nich erwartet - aber ich glaub, die in St... schon.” Der Ortsname ging leider im Lachen der Zuschauer unter.

Als Mann der Scholle stellte Hastenraths Will fest, dass es zu Hause einfach am schönsten sei, obwohl es natürlich auch in Höngen hübsche Ecken gäbe, wie Großwehrhagen etwa oder einfach mal die Fußgängerzone rauf und runter bummeln, sei doch auch schön. Ein wenig wehmütig wurde Will, als er begann, von den alten Zeiten und den schönen Filmen im Fernsehen zu sprechen. Seine Lieblingssendung, Bonanza, immer sonntags um 18.10 Uhr, habe er nie verpasst: „Da war ich immer rechtzeitig vom Frühschoppen zurück.”

Nachdem schon die Vorpremieren der „Die große kleine Dörfer Tour” und nun die fünffache Premiere ausverkauft waren, geht Hastenraths Will im Oktober noch mal auf Kleine-Dörfer-Tour. Wieder wird er sich nicht schonen, fünf Kommunen in fünf Tagen sollen es wieder werden. Start ist in Bocket am Mittwoch, 24. Oktober, dann folgen Birgelen, Gerderhahn, Dremmen und Baal.