Weniger Fahrten, mehr Stofftücher: Wie Unternehmen die Umwelt besser schützen können

Weniger Fahrten, mehr Stofftücher : Wie Unternehmen die Umwelt besser schützen können

Das Programm „Ökoprofit“ hilft Unternehmen dabei, ressourcen- und umweltschonender zu agieren. Die diesjährigen Teilnehmer stellen bei der Zwischenbilanz ihre bisherigen Fortschritte vor.

In diesem Jahr geht das Beratungsprogramm „Ökoprofit“ in der Städteregion Aachen in die zehnte Runde. Während der Teilnahme an dem einjährigen Projekt lernen Unternehmen, wie sie in ihren Betrieben effiziente und gut umsetzbare Umwelt- und Energiemanagementkonzepte etablieren können. Dabei wird unter anderem die Verringerung des Ressourcenverbrauchs sowie die korrekte Trennung und Vermeidung von Abfällen besprochen. Des Weiteren haben die Unternehmen die Möglichkeit, an acht Workshops, Vor-Ort-Beratungen und der Erstellung eines umweltfreundlichen Konzeptes teilzunehmen.

Zu einem solchen Workshop trafen sich nun die diesjährigen Teilnehmer, die aus der gesamten Städteregion stammen, in den Räumen der Rodriguez GmbH in Eschweiler. „Die teilnehmenden Unternehmen stellen heute ihre bisherigen Schritte sowie die Pläne für die zweite Hälfte des Jahres vor“, erklärte Katja Hansen-Röhe. Die Geschäftsführerin der Wertsicht GmbH weiß, worauf es bei einem umweltbewussten und zukunftsfähigen Betrieb ankommt. „Die Maßnahmen, die sie in ihren Betrieben umsetzen, entlasten nicht nur die Umwelt, sondern senken in vielen Fällen auch die eigenen Betriebskosten.“

Begrüßt wurden die Anwesenden von Klaus Meiners vom Fachbereich für Klima und Umwelt der Stadt Aachen. Er betonte, dass immer mehr Unternehmen realisieren, dass sie an ihren Energie- und Umweltkonzepten arbeiten müssen und so ihren Teil zum Schutz der Natur beitragen können. „Es ist toll, dass Sie hier mitwirken und sich einbringen“, sagte er.

Gesamtes Unternehmen einbeziehen

Während den Präsentationen der Betriebe wurde schnell deutlich, dass sie nicht nur in den leitenden Abteilungen und bei den Entscheidungsträgern ansetzen, sondern alle Angestellten einbeziehen. Philip Erbers vom Aachen-Laurensberger Rennverein, der den CHIO Aachen ausrichtet, hob hervor: „Wenn wir nicht nachhaltig denken und unsere Verantwortung gegenüber den zukünftigen Generationen vernachlässigen, haben wir keine Daseinsberechtigung mehr.“

Stefan Killich von der Consense GmbH nahm Bezug auf die Gründe für die Teilnahme seiner Firma. „Für uns als Software-Unternehmen war es zunächst komisch hier teilzunehmen, da wir nichts produzieren – also auch nicht direkt Schadstoffe freisetzen“, erklärte er. Dass aber der Büroalltag samt Dauerkühlung des Serverraumes auf 16 Grad umweltfreundlicher gestaltet werden könne, habe Killich während der Beratungstermine im eigenen Unternehmen gelernt. Der Betrieb sei bisher auf eine papierlose Arbeitsweise übergegangen und auch die Temperatur des Serverraumes wurde – nach dem Erlangen der Erkenntnis, dass der Raum nicht so niedrig gekühlt werden muss – „mit nur einem Knopfdruck“ erhöht.

 Die Vertreter der teilnehmenden Unternehmen präsentieren ihre Zwischenbilanz und die Pläne für die zweite Hälfte des Programms.
Die Vertreter der teilnehmenden Unternehmen präsentieren ihre Zwischenbilanz und die Pläne für die zweite Hälfte des Programms. Foto: MHA/Anna Contzen

Im Fokus aller Vorhaben standen vor allem die Verringerung der CO2-Emissionen sowie der korrekte Umgang mit Abfällen. So investierten unter anderem die Haugg Kühlerfabrik GmbH und die Dirkra Sondermaschinenbau GmbH in Hybrid- und Elektrofahrzeuge. Weitere CO2-Einsparungen entstanden bei den Unternehmen, indem Dienst- und Lieferfahrten verringert wurden. Im Betrieb der Rodriguez GmbH habe es einen Umstieg von Papiertüchern auf Stofflappen gegeben, erklärt Sven Stenten, Projektleiter des Umweltteams. Da die Stofftücher regelmäßig gereinigt und geflickt werden, habe man eine Kostenersparnis von 50 Prozent. Außerdem werde eine nicht unerhebliche Menge an Papiermüll eingespart.

Zum Abschluss gab Raphael Jonas von der IHK Aachen den Unternehmen Feedback. „Sie sind auf einem sehr guten Weg“, bilanzierte Jonas. Er sei sich bewusst, dass es gesetzlich noch viele Hindernisse gebe und eine Energiewende „nicht billig ist“, aber es sei besser, anzufangen, als zu warten.