Landrat gegen Demos: „Wie Schafe, die für billigere Lammpreise demonstrieren“

Landrat gegen Demos : „Wie Schafe, die für billigere Lammpreise demonstrieren“

Die drei Demonstrationen der sogenannten „Querdenker“, die im Kreis Heinsberg am Wochenende stattfinden sollen, bringen Landrat Stephan Pusch zwar nicht gleich auf die Palme, nötigen ihn aber zu einigen kritischen Bemerkungen, die er in einer Online-Ansprache äußerte.

„Wir haben das Vergnügen, weil wir im Kreis Heinsberg ja ein bekanntes Fleckchen in Deutschland sind, dass hier Querdenker angereist kommen, um zu demonstrieren“, meinte er ironisch. Das Erfreuliche sei lediglich, dass die Anmeldezahlen mittlerweile sänken.

Wichtig war ihm vor allem, diejenigen zu erreichen, die nicht der rechten Szene zuzurechnen seien, aber dennoch mit dem Gedanken spielten, sich den Demos anzuschließen. Weil sie ihre demokratische Freiheit in Gefahr sähen, wie sie meist zur Begründung erklärten. Genau da liege jedoch der Hase im Pfeffer: „Die, die die Demonstrationen anmelden, sind die, die Eure Freiheitsrechte am liebsten abschaffen möchten, die eigentlich auch mit unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nichts am Hut haben“, sagte er. „Ihr lauft mit denjenigen mit, die das, wofür ihr demonstriert, abschaffen wollen. Das ist so, als wenn die Schafe mit dem Wolf loslaufen und für billigere Lammpreise demonstrieren.“ Pusch lobte in dem Zusammenhang die Entscheidung des Bündnisses gegen Rechts, auf eine Gegendemo zu verzichten, weil dem Bündnis die Gesundheit der Menschen wichtiger sei. „Eine sehr intelligente Lösung“, meinte der Landrat.

(her)