Aachen: Wie ein AKV-Fürst seinen Pyjama verlor

Aachen : Wie ein AKV-Fürst seinen Pyjama verlor

Traditionsbruch beim AKV! Nicht närrische elf, sondern vielmehr Glück versprechende 13 Originalkostüme aus den Fernsehsendungen der AKV-Sitzungen „Wider den tierischen Ernst” standen bei der 1. Aachener Kostümversteigerung im Gebot.

Zweieinhalb Stunden lang hatten die zahlreich im Audi-Zentrum Jacobs erschienenen Fastelovvendfans - unter ihnen auch Bütten-As Armin Halle - die Möglichkeit, handgefertigte Unikatkostüme der Ordensritter und AKV-Elferräte durch Höchstgebot zu ersteigern.

„Öffnen Sie Ihre Herzen und Ihre Portemonnaies”, wandte sich AKV-Präsident Dieter Bischoff an das Publikum, war der Reinerlös der Auktion doch für die Helmut-Strack-Stiftung zugunsten des Aachener Kinderkarnevals bestimmt.

Stippekomitee sahnt ab

Er musste es nicht zwei Mal sagen. Von Minute zu Minute schoss die Fieberkurve der Begeisterung durch den Reiz des Nichtalltäglichen in amüsanter Inszenierung in die Höhe. „Wir sind die drei vom Stippekomitée”, hatte der AKV-Chef sich und seinen Co-Auktionator, Elferratsherr Oliver Mohr, sowie Helmut Schultz als langjährigen Gralshüter des AKV-Fundus vorgestellt.

Und dass sich von der ersten Minute an der „Bazillus Carnevalis” mit Spenderlaune vermischte, dafür sorgten zunächst einmal die herzerfrischenden „Jonge vajjen Beverau” mit ihrem beschwingt-musikalischen Einstieg á la Mainzer Hofsänger. Taktklatschen steigerte sich bei ihrem neuesten Renner: „Ohne Moos nichts los” zu unbeschwerter Schunkelstimmung. Für die designierte Tollität Michel I. und seinen Hofstaat gab es kurz vor der Proklamation noch eine Feuertaufe auf der Bühne, als er gemeinsam mit Ex-Tollität Hanns I. den Kolibri-Hit: „Wer ist schon gern als Prinz allein” zum Besten gab.

Charmante Eskorte

Es folgte das große Defilée der Themenkostüme, vorgeführt von den Herren des Elferrats, eskortiert von charmanten Tänzerinnen der Tanzschule Markus Wolters und Marga Renter. Egal, ob „Kejser Kaarel” (ersteigert für 333 Euro) oder der „Businessman-Nadelstreifenanzug” des Wendelin Wiedeking (ersteigert für 344 Euro), ob das Kostüm des „Mister 18 Prozent” oder die „Kuhglocke” aus der Borer-Fielding-Sitzung, die Helmut Schultz 2002 standhaft zwei Stunden und 45 Minuten ge- und ertragen hatte, sie alle fanden Beifall und ihre Abnehmer.

Zwar mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, dafür aber mit schmelzender Stimme „Always on my mind” singend, präsentierte Guido Hoß den „Wackel-Elvis” (ersteigert für 522 Euro), und AKV-Ehrenpräsident Dirk von Pezold stieg noch einmal in seinem so genannten „Streifenpyjama” mit roter Seidensatin-Weste in Brodwaymanier die Revuetreppe herab, um „Os schönn ooet Oche” zu besingen. Mit 533 Euro wurde das edle Outfit zum Spitzenreiter der Versteigerung und fand seinen neuen Besitzer im Hofstaat von Michel I.

Eine Dame, die nicht namentlich genannt werden möchte, ersteigerte gleich sechs originelle Kostüme für ihre „Clique”, die darin an der Prinzenproklamation teilnehmen will.

Die Mitfahrt auf dem AKV-Elferratswagen als Extrabonbon der Versteigerung aber fand keinen Zuschlag und war mit dem Startgebot von 1859 Euro (abgeleitet vom Gründungsjahr des AKV) wohl doch zu hoch gegriffen. Karnevalistische Accessoires und Hüte, Orden und Requisiten hingegen ließen die Kasse von Walburga Schwartz weiterklingeln.