Kommentar zur K-Frage: Wer es (nicht) wird

Kommentar zur K-Frage : Wer es (nicht) wird

Bei der Union ist die Lage auf den ersten Blick eindeutig: Der neue CDU-Chef wird auch der Kanzlerkandidat. Es sei denn, in der Zeit nach seiner Wahl zum Vorsitzenden im April bis zum Krönungsparteitag im Dezember unterlaufen ihm derart viele Fehler, dass mit ihm kein Staat zu machen sein wird.

Dann könnte CSU-Chef Markus Söder doch noch ran müssen, um die Unionsparteien vor einem Debakel bei der Bundestagswahl zu bewahren. Dieses Szenario ist durchaus denkbar, wenn man bedenkt, wie es Annegret Kramp-Karrenbauer in den Monaten im Nachgang zu ihrer Wahl zur CDU-Vorsitzenden ergangen ist.

Interessanterweise zerbricht sich derzeit nicht nur die Union (zusätzlich) den Kopf über die K-Frage, sondern auch die SPD ist diesbezüglich jetzt mit von der Partie. Ob der Zeitpunkt richtig gewählt ist und ob die Genossen nicht gerade andere Probleme haben, sei dahingestellt. Die Grundsatzfrage haben sie jedenfalls für sich schon beantwortet: Die SPD wird trotz der miserablen Umfragen mit einem Kanzlerkandidaten ins Rennen gehen. Und das ist richtig so. Das gebieten Tradition und Stolz dieser Partei. Alles andere käme einer völligen Selbstaufgabe der deutschen Sozialdemokratie gleich.

Ex-Kanzler Gerhard Schröder nennt bereits Namen, die nicht überraschend sind. Genauso wenig verwundert, dass er die Parteichefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans nicht erwähnt. Für beide wäre eine solche Kandidatur wohl eine Nummer zu groß, zumal sie bei vielen in der SPD immer noch nicht sonderlich gelitten sind. Als Wahlkämpfer waren sie ja nicht erwünscht – siehe Hamburg.

Überraschend ist freilich, dass Juso-Chef Kevin Kühnert bereits festlegt, wann der Kandidat präsentiert werden muss: noch in diesem Jahr. Ob das klug ist, darüber lässt sich streiten. Aber zumindest ist nun klar, wer wohl der wichtigste Kanzlerkandidaten-Macher der SPD sein wird: Kevin Kühnert.