Kreis Heinsberg: War es doch Rindfleisch und kein Pferdefleisch?

Kreis Heinsberg: War es doch Rindfleisch und kein Pferdefleisch?

Am Donnerstag hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises Heinsberg den aktuellen Pferdefleisch-Verdachtsfall erst einmal abschließen können. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass laut einer dem NRW-Verbraucherschutzministerium vorliegenden Liste im ­Januar drei Lieferungen mit insgesamt 470 Kilogramm verdächtigem Fleisch an einen Lebensmittelmarkt im Kreisgebiet gegangen sein sollen.

Doch eine Kontrolle vor Ort hatte laut Kreisverwaltung am Mittwoch keine Bestätigung dafür ergeben, da weder passende Lieferpapiere zu finden waren noch der Marktleiter anwesend war.

Bei einer erneuten Kontrolle am Donnerstag seien Lieferpapiere mit den passenden Mengenangaben vorgefunden worden, erklärte Werner Ziemer vom Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Kreises auf Anfrage. Demnach seien die drei Lieferungen allerdings nicht im Januar, sondern bereits im Dezember erfolgt — von der niederländischen Großschlachterei, die im Verdacht steht, Tausende Tonnen als teures Rindfleisch etikettiert, aber mit billigerem Pferdefleisch vermengt geliefert zu haben, über ­einen Zwischenhändler an die Fleischabteilung dieses Lebensmittelmarktes im Kreis Heinsberg, zu dem auch am Donnerstag keine näheren Angaben gemacht wurden.

Nach Angaben von Ziemer haben sich jedoch keine Erkenntnisse ergeben, dass es sich um falsch etikettierte Ware gehandelt habe oder dass die Ware nicht in Ordnung gewesen sei. Nach den Lieferpapieren sei es Rindfleisch als Stückware gewesen. Und in dem Lebensmittelmarkt werde ­davon ausgegangen, dass es auch wirklich Rindfleisch gewesen sei. „Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass dieses Fleisch, das als Rindfleisch etikettiert war, nicht auch Rindfleisch war.“

Pferdefleisch und Rindfleisch seien an der Fleischfarbe und an den Faserstruktur schon voneinander zu unterscheiden, insbesondere von Fachleuten, sagte Ziemer.

Das bereits im Dezember gelieferte Fleisch sei nicht mehr vor Ort im Markt gewesen; es sei längst an Endverbraucher verkauft worden.

Da die Kontrolle keine Erkenntnisse erbracht habe, gebe es auch keinen Grund zu weiteren Veranlassungen, so ­Ziemer.

(disch)
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