Düren: Vom Zug gerammte Brücke: Ersatzbau soll bald beginnen

Düren: Vom Zug gerammte Brücke: Ersatzbau soll bald beginnen

Es ist die Nacht vom 7. auf den 8. Oktober: Ein mit einem Trafo für die Umspannanlage Oberzier beladener Schwertransport-Zug rammt die Stützpfeiler der Holzbrücke am Heerweg über die Bahnstrecke Düren-Jülich. Auch wenn der Zug wenig später seine Fahrt fortsetzen kann, ist der Schaden an der Brücke so groß, dass sie wenige Wochen später abgerissen werden muss.

Mit einem Spezialkran wurde das irreparabel beschädigte Mittelteil ausgehoben und seitlich auf der Böschung abgelegt. Seitdem liegt es dort, passiert ist nichts mehr. Und dass, obwohl die Stadt schon unmittelbar nach dem Unfall angekündigt hatte, so schnell wie möglich eine einspurige Behelfsbrücke mit separatem Rad- und Fußweg zu errichten.

Autofahrer, die die kleine Brücke gerne als Abkürzung auf dem Weg zwischen Arnoldsweiler und dem Dürener Norden und Westen nutzen, müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Beizeiten staut sich der Verkehr auf dem Arnoldsweiler Weg vor der Kreuzung mit der B56/Schoellerstraße mehrere Hundert Meter.

Aber auch der unmittelbar an die Brücke angrenzende Verbrauchermarkt leidet unter der Sperrung. Ein Mitarbeiter sprach gegenüber der DZ von „erheblichen Umsatzeinbußen“ seit Oktober, ohne konkrete Zahlen nennen zu wollen. Die Forderung des Marktbetreibers an die Stadt jedoch ist unmissverständlich: Entweder komme nun wirklich schnellstmöglich die Ersatzbrücke, oder aber die Stadt müsse den Wirtschaftsweg entlang der Gleise Richtung L 257 freigeben, damit auch während der Hauptverkehrszeiten wieder die Abfahrt der Kunden vom Gelände reibungslos erfolgen könne.

Stadt soll in Vorkasse treten

Das städtische Tiefbauamt hatte zuletzt von Lieferschwierigkeiten mit Blick auf die Ersatzbrücke gesprochen. „Es gibt vier Verleihfirmen in Deutschland, keine hatte sich im ersten Anlauf auf unsere Ausschreibung beworben“, erklärt Amtsleiter Heiner Wingels. Jetzt aber scheint eine Lösung gefunden. „Wir haben einen Verleiher gefunden und auch eine örtliche Baufirma, die die notwendigen Vorarbeiten übernimmt“, betont Wingels.

Er will jetzt mit Hochdruck daran arbeiten, dass der Engpass behoben wird und die Stadt in Vorkasse tritt. Übernehmen muss sie die Kosten für die Behelfsbrücke von geschätzten 100.000 Euro nicht. Die muss der Verursacher des Brückenabrisses bezahlen — eine Schuldfrage, die laut Wingels aber immer noch nicht abschließend geklärt sei. Um aber nicht noch mehr Zeit zu verlieren, will sich der Amtsleiter die benötigten Mittel nun per Dringlichkeitsentscheidung von der Politik genehmigen lassen. Entsprechende Haushaltsreste stünden aus dem 2017er Etat des Tiefbauamtes noch zur Verfügung.

Heiner Wingels hofft, dass die Arbeiten an der Behelfsbrücke noch im Februar beginnen können, die vom Verbrauchermarkt geforderte Freigabe des Wirtschaftsweges lehnt er aus Gründen der Verkehrssicherheit ab. Die Behelfsbrücke soll dann so lange genutzt werden, bis der Landesbetrieb Straßenbau im Zuge der Bauarbeiten an der Ostumgehung bis 2020 auch die Straßenführung der K 2 ändert, inklusive einer eigenen Brücke über die Eisenbahnstrecke.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zugunglücke in der Region: Die Chronik

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