US-Präsident Trump provoziert Regierungsstillstand für Mauerbau

Kommentar zum US-Shutdown : Trump ist entfesselt

Das Chaos im Weißen Haus zum Ende des Jahres verheißt nicht viel Gutes für 2019. Der Stillstand eines großen Teils der Regierung steht dafür bloß als Symptom.

Donald Trump agiert zunehmend losgelöst vom Einfluss von Ministern und Beratern, die ihn mindestens teilweise einzudämmen vermochten.

Nachdem mit Verteidigungsminister James Mattis der letzte Erwachsene das Kabinett verlassen hat, gibt es niemanden mehr, der den Präsidenten vor seinen destruktiven Instinkten schützen kann.

Ein entfesselter Trump ist gefährlicher denn je. Besonders dann, wenn er mit dem Rücken vor der Wand steht. Die Russland-Affäre, die neue Mehrheit im Kongress und die abstürzenden Märkte bedrohen seine Macht. Und er weiß es.

Der impulsive Narzisst versucht nach einem bewährten Rezept möglichst viel Durcheinander zu verbreiten, um seine Gegner aus der Bahn zu werfen. Damit konnte er in der Vergangenheit punkten. Diesmal sieht das alles ein wenig verzweifelt aus.

Wenn zwei Drittel der Regierungsmitglieder und hoher Mitarbeiter in nicht einmal zwei Amtsjahren das Regierungsschiff verlassen, liegt die Vermutung nahe, dass etwas mit dem Kapitän nicht stimmt.

Doch so lange Trump im Weißen Haus sitzt, kann er mit den Vollmachten des Präsidenten einer Supermacht agieren. Deshalb steht zu befürchten, dass 2019 seine bisherigen Eskapaden in den Schatten stellen wird.