Aachen: Um fünf vor zwölf ist die Welt in Ordnung

Aachen : Um fünf vor zwölf ist die Welt in Ordnung

Es ist fünf vor zwölf am Samstagabend, und auf der Eurogress-Bühne könnte man im Prinzip großes Poltern hören. Christian Mourad und Dieter Bischoff klatschen sich ab, der Elferrat nimmt die beiden kollektiv in den Arm.

Es ist geschafft, die Mühe wochenlanger Probenarbeit, abendfüllender Schreibarbeit hat sich gelohnt.

Der AKV-Geschäftsführer und Moderator Mourad und sein Präsident Bischoff haben ihre erste gemeinsame Ordenssitzung über die Bühne gebracht - mit Bravour.

Fünf Stunden vorher sieht die Welt noch ganz anders aus. Auf „schmalem Grat zwischen Ruhe und Panik” bewegt sich Christian Mourad hinter der Bühne.

Okay, im vergangenen Jahr stand er als Moderator der „Außenwette” schon einmal im Rampenlicht, auf vielen Bühnen hat er Erfahrung gesammelt, bewegte sich locker und sicher. Aber das hier, „das ist eine ganz andere Dimension”, sagt er vor dem ersten Schritt vor den Vorhang.

2003 spielte er eine Rolle, den Kai Ebel des AKV namens „Mouratti”, jetzt muss Mourad „ganz ich selbst sein”, vor einem neugierig wartenden Saalpublikum, vor Millionen Gästen an den Bildschirmen.

Dieter Bischoffs Anspannung ist nicht kleiner. „Wir haben konzentriert geprobt, die Rollen sind verteilt, jeder kennt seinen Text”, findet er Sicherheit und Halt in der Gewissheit, perfekt vorbereitet zu sein.

Zum Warm-up kommt er auf die Bühne, die Kameras sind noch ausgeschaltet. Noch sieben Minuten bis zum Beginn der Aufzeichnung. Die erste Begrüßung, das Eis ist schnell gebrochen. „Eine Stunde vorher”, so wird Bischoff nach der Sitzung sagen, „da war die Nervosität schon sehr groß.”

Darin unterscheiden sich die beiden Protagonisten des AKV nicht. Wohl aber im Auftreten. Bischoff ist der Präsident, spielt seine Rolle sehr gut, aber er übernimmt den staatsmännischeren Part.

Warum er während der Sitzung mehrfach mit dem Elferrat in den Kulissen rumturnt, Treppen rauf- und runterklettert, bleibt eines der wenigen Geheimnisse der AKV-Regie.

Das ist traditionell bei jeder Sitzung so, dass die Herren in verschiedenen Kostümen quasi bedeutungslos Kulisse spielen, da klinkt sich der Chef eben nicht aus.

Natürlich: Auch Christian Mourad hat seinen Text gelernt, aber auch er spult ihn nicht ab. Sein Lächeln ist vom ersten Blick ins Publikum an gewinnend. Er spürt, dass auch er auf der Siegerseite stehen wird. Er kokettiert mit seinem eigenen, grellen Outfit, das ist sein „Einstieg ins Farb-TV”.

Was er zuerst registrierte, als er ins Rampenlicht trat? „Den Duft des Saales”, sagt Mourad nach der Sitzung spontan. „Ich habe tief eingeatmet, und dann wusste ich, dass es klappen wird.”

So unterschiedlich Bischoff und Mourad auch auftreten, so harmonisch kommt ihre Doppel-Moderation im Saal und im Fernsehen rüber.

„Ein AKV-Präsident ist schließlich kein reiner Grußonkel”, sieht Mourad überhaupt kein Problem, sich den Bühnenpart teilen zu müssen, sie sind „Vermieter Dieter” und „Makler Christian”. Und weils so schön ist, stellen die beiden zu Beginn der Sitzung den anderen gleich mehrfach vor...

Den ein oder anderen Holperer verzeiht man gerne. Dass Dieter Bischoff Märchenprinz Peter I. als „den letzten Wagen” vorstellt, ist ein sympathischer Versprecher, Mourad ist am Anfang versucht, bisweilen in die Musik hinein zu sprechen.

Das legt sich nach kurzer Zeit. Ab dann führt er auf der Bühne Regie, dezente Handzeichen zeigen an: Abwarten, jetzt beginnen, halt, es folgt noch ein Satz. Und selbst Stimmungstöter Hans Zehetmaier wird mit strahlendem Lächeln verabschiedet. Professionell.

Es ist nach null Uhr, die Kameras sind aus, die Anspannung löst sich in fröhlichem Umarmen. AKV-Ehrenpräsident Dirk von Pezold steht wenig später im Foyer und denkt über die vergangenen Stunden nach.

Er selbst ist als Lennet Kann gefeiert worden, erfüllt Zugabewünsche mit Mathilde und ihrer zerknüllten Bluse gerne. Es sei eine Ehre, mit ihm auf der Bühne zu stehen, hat Christian Mourad dem Millionenpublikum verraten. „Ich verneige mich vor dir.”

Von Pezold ist stolz und sagt leise: „Diese Sitzung war mindestens eine Klasse besser als meine im vergangenen Jahr.”

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