Kreis Heinsberg: Über 500 rheinische Landwirte protestieren in Luxemburg

Kreis Heinsberg: Über 500 rheinische Landwirte protestieren in Luxemburg

„Jetzt reicht´s - die EU muss sich bewegen”, forderten Landwirte aus der Kreisbauernschaft Heinsberg bei der Großdemo des Europäischen Bauernverbandes COPA/COGECA und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) anlässlich der Agrarministerratssitzung.

Sie hatten sich gemeinsam mit über 500 rheinischen Landwirten auf den Weg nach Luxemburg gemacht. Insgesamt gingen rund 5000 Bauern aus ganz Europa - unter anderem mit etwa 500 Traktoren - für ihr Anliegen auf die Straße.

„Ohne Bauern kein Essen”, „Märkte beleben - Absatz schaffen!” und „Agrargelder erhalten!” war auf Schildern zu lesen. Die Lage in der Landwirtschaft sei - nicht zuletzt aufgrund der Weltwirtschaftskrise - angespannt, für viele landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide, Fleisch und Milch wie auch für Gemüse würden derzeit Erlöse erzielt, die nicht kostendeckend seien, betonte Bernhard Conzen, der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Heinsberg. „Daher muss die EU nun dringend eine Kurskorrektur einleiten und sich für die heimische Landwirtschaft einsetzen.”

Nicht nur Banker und andere Wirtschaftsunternehmen müssten Finanzlöcher stopfen, auch die Landwirtschaft bräuchte Rettungsschirme, sprich kurzfristige und wirksame Entlastungsmaßnahmen in ihren Betrieben. „Das haben wir den EU-Agrarministern, die sich in Luxemburg versammelt hatten, ins Stammbuch geschrieben”, so Conzen.

„Gerade bei der Milch haben wir ein Absatzproblem. Hier muss endlich die Nachfrage angekurbelt werden”, sagte Conzen weiter. Die EU habe die Situation lange unterschätzt und zu spät reagiert. Da müsse durch Maßnahmen zur Marktbelebung entschlossen gegengesteuert werden. Konkret müssten Verarbeitungsbeihilfen etwa für Bäckerbutter und Speiseeis wieder eingeführt werden.

Die wirtschaftliche Situation auf den Höfen sei katastrophal. „Wir erzeugen hochwertige Lebensmittel, für die höhere Sozial-, Umwelt- und Tierschutzstandards als in Drittländern gelten. Diese Auflagen müssen auch nach 2013 verlässlich durch Ausgleichszahlungen honoriert werden”, hob Conzen hervor.

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