Aachen/Köln: Trotz Sturm und Straßensperren: Die Narren feiern wieder

Aachen/Köln : Trotz Sturm und Straßensperren: Die Narren feiern wieder

Trotz Sturmwarnung und strengen Sicherheitsvorkehrungen sind am Donnerstag viele Tausend Menschen in den Straßenkarneval gestartet. In Köln etwa schunkelten und sangen die Jecken auf dem Heumarkt in der Altstadt, in Aachen am Burscheider Jonastor oder im Hof bei der Tropigarde. In Düsseldorf beendeten die Karnevalisten wegen des aufziehenden Sturms ihr Bühnenprogramm vorzeitig.

In Aachen startete der Straßenkarneval pünktlich um 11.11 Uhr am Jonastor. Die Spritzemänner empfingen mit Stadtprinz Thomas III., Märchenprinz Luc I. und dem Haarener Prinzen Ralf III. gleich drei Tollitäten, die unter anderem neben den Originalen, Kurt Christ, Hans Montag und den 4 Amigos für Stimmung sorgten. Ab 13 Uhr startete dann im Hof der Familienkarneval mit der Tropigarde unter dem Motto „Kleng än Jrueß“.

In Aachen startete der Straßenkarneval pünktlich um 11.11 Uhr am Jonastor in Burtscheid. Foto: Andreas Schmitter.

Jecke Tön in Eschweiler

Ebenfalls um 11 Uhr 11 wurde an Eschweilers längster Theke im Rathausfoyer das erste Freibierfass angeschlagen, und auf der Marienstraße rockten anschließend Eschweilers Mundartbands die Bühne. Zum 18. Mal präsentierten dort die Bands des Jecke-Tön-Projekts gemeinsam mit der Sparkasse und unserer Zeitung das Jecke-Tön-Festival.

Im Rheinland und anderswo beginnen an Weiberfastnacht oder Altweiber traditionell die tollen Tage um 11.11 Uhr. In Düsseldorf stürmten die „Möhnen”, also die närrischen Frauen, das Rathaus und nahmen den Bürgermeister gefangen. Anschließend feierten bis zu 7000 den Start in die heiße Phase des Karnevals.

Mit im Trubel: Donald Trump. Der US-Präsident wurde mehrfach gesichtet, mal gut, mal weniger gut getroffen. Am Nachmittag wurde das Bühnenprogramm in Düsseldorf dann allerdings wegen des schlechten Wetters vorzeitig abgebrochen.

In Köln eröffnete das Dreigestirn aus Prinz, Bauer und Jungfrau den Straßenkarneval. Die Stadtschlüssel musste sich das Dreigestirn nicht mehr aneignen, sie befinden sich bereits seit Mitte Januar in seinem Besitz. Am Nachmittag setzte in Köln heftiger Regen ein. Beim traditionellen Umzug von Jan von Werth in der Kölner Südstadt wurde sicherheitshalber auf den Einsatz der Pferde und Großfiguren verzichtet.

Die Kölner Polizei setzte auch Wasserwerfer und einen Panzerwagen als Straßensperren ein. Dies geschah aus Vorsorge gegen Terrorattacken wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt. In Köln und Düsseldorf waren Polizisten mit Maschinenpistolen unterwegs.

Gleichwohl schunkelten und sangen allein in Köln mehr als 20.000 Jecken. Dies seien allerdings weniger als in den Vorjahren, sagte Stadtsprecherin Inge Schürmann. Sie führte dies auf das Wetter zurück. Auch in Aachen waren laut der Polizei weniger Narren unterwegs als in den Vorjahren.

Der Deutsche Wetterdienst hatte für den Nachmittag und Abend Sturmböen vorausgesagt. In Bonn wurde wegen der Sturmwarnung eine Karnevalsparty auf dem zentralen Münsterplatz abgesagt.

Das Wetter bleibt auch in den kommenden Tagen eine Herausforderung. Zwar soll Sturmtief „Thomas” schon im Laufe des Freitag abziehen, doch in seinem Gefolge drohen Regen und unbeständiges Wetter die Feierlaune der Narren zu trüben. „Die Wetteraussichten für Rosenmontag und Faschingsdienstag lassen eher durchwachsenes Wetter erwarten”, sagte der Meteorologe Thomas Ruppert am Donnerstag.

(dpa/red)
Mehr von Aachener Nachrichten