Kreuzau: Tillmann-Gottschalk-Orden für „Hanni”

Kreuzau : Tillmann-Gottschalk-Orden für „Hanni”

„Die Originale in den Dörfern und Vereinen sterben aus; wir haben glücklicherweise noch ein Exemplar”: Hans-Peter Acker, den seine Familie und viele Freunde nur „Hanni” nennen, ist neuer Träger des Tillmann-Gottschalk-Ordens der Kreuzauer Karnevalsgesellschaft „Ahle Schlupp”.

In Erinnerung an den Heimatdichter Tillmann Gottschalk verleiht der „Ahle Schlupp” alljährlich diesen Wanderorden an eine Persönlichkeit, die sich besondere Verdienste um Erhaltung und Förderung der Muttersprache und besondere Aktivitäten in der ehrenamtlichen und traditionsreichen Brauchtumspflege entwickeln. Hans-Peter Acker ist der elfte Ordensträger.

Dass Hans-Peter Acker ein Original ist, wissen die Besucher der „Schluppe”-Sitzungen schon lange, denn seit 38 Jahren steht der 68-Jährige in der Bütt. „Du verstehst es mit den Zuhörern zu spielen”, lobte Peter Kaptain, Vorsitzender und Präsident des „Ahle Schlupp” und vorjähriger Ordensträger.

Kaptain spielte damit auf die Sprachbehinderung Ackers an, mit der er kokettiert und die er immer wieder als Brüller in seine Reden einbaut. „Nur in der Bütt und beim Singen, da spürt man diese Sprachbehinderung nicht”, unterstrich Peter Kaptain und hob damit darauf ab, dass Hans-Peter Acker auch im Opernchor der Gesellschaft und im Kirchenchor aktiv ist.

Mehr noch: Für die Jugend der Gesellschaft ist er wie ein Vater, organisiert Zeltlager und betreut den Kinderprinzen. Den Jugendkarneval beim „Ahle Schlupp” hat er mit begründet, als Clown bei vielen Kindersitzungen mitgewirkt und selbst schon das Prinzenornat in Kreuzau getragen. Und Hahnenkönig war er auch schon.

Dass und welches Original „Hanni” tatsächlich ist wurde in der Laudatio der anderen Art deutlich. Ehefrau Marie-Theres, mit der Hans-Peter Acker seit 37 Jahren verheiratet ist, erklärte im Outfit einer „Cindy aus Kreuzau” und unter tätiger Mithilfe ihrer Schwester Uschi Bauer, wie das ist unter einem Dach mit einem Büttenredner zu leben. Mehr als bühnenreif schilderten die beiden Frauen das Kreuzauer Original aus familieninterner Sicht.

Die Zuhörer im Kreuzauer Rathaussaal bogen sich vor Lachen ob der närrischen Familie, zu der je zwei Töchter und Söhne gehören. „Der Orde häste trotz allem verdeehnt”, befand die Ehefrau Marie-Theres und sah sich in dem lange anhaltenden Beifall der Besucher bestätigt.

Und „Hanni” wäre nicht Hans-Peter Acker, wenn er ob all dieses Lobes selbst nicht noch ein paar Pointen auf der Pfanne gehabt hätte. Wie in der Bütt, so auch im richtigen Leben...