Kreis Heinsberg: Theaterabend zum Thema Demenz: „Ich bin das noch”

Kreis Heinsberg: Theaterabend zum Thema Demenz: „Ich bin das noch”

„Ich bin das noch” heißt der Titel eines Theater- und Chanson-Programms zum Thema Demenz, mit dem der Tag der Mobilität an diesem Mittwoch ab 19 Uhr in der Heinsberger Stadthalle ausklingen wird. Das Stück von und mit Petra Afonin wird am Klavier begleitet von Susanne Hinkelbein, die auch für die Komposition verantwortlich zeichnet.

Petra Afonin hat ein sozial wichtiges Thema aufgegriffen und sich nach ausgiebigen Recherchen der Umsetzung für die Bühne gewidmet. Das Theaterprojekt betr
achtet nicht nur die Defizite, die Demenz verursacht, der Fokus ist vielmehr auf das gerichtet, was bleibt.

Was von einem Menschen übrig bleibt, wenn Sprache reduzierter oder gar nicht mehr zur Verfügung steht und anderes zum Ausdrucksmittel in der Kommunikation wird, wird genauso intensiv beleuchtet wie die nicht vorhandene gesellschaftliche Lobby, die pflegende Angehörige und Freunde nach wie vor vermissen.

Im ersten Teil zeigt die Bühnen figur Gundel in einem Monolog trotz aller Gedächtnislücken und Wortfindungsstörungen viel von ihren Gefühlen, Ängsten und auch guten Erinnerungen. Der zweite Teil ist den begleitenden Angehörigen gewidmet.

Petra Afonin aus Tübingen hat in Seniorenwohnstätten, in der Gerontopsychiatrie, in Angehörigengruppen, in privaten Familien, bei professionellem Pflegepersonal und in Beratungsstellen intensiv recherchiert.

„Großer Trost war für mich die Erkenntnis, wie viel von einem Menschen bleibt, auch wenn Sprechen als Kommunikationsmöglichkeit irgendwann gar nicht mehr vorhanden ist. Ich würde es das Grundklima einer Seele nennen, was mich da auch ohne Sprache immer wieder berührt hat”, so Petra Afonin.

In diesem Sinne solle das Theaterprojekt „Ich bin das noch” besonders pflegenden Angehörigen aus der Seele sprechen und allen insgesamt Mut machen, hinzuschauen, wo Leben nicht nur defizitär, sondern nach wie vor sehr lebendig sei.

Die WAZ Bochum schrieb nach der Premiere im Prinz-Regent-Theater Bochum: „Petra Afonin hat ein eindringliches Stück über demente Menschen geschrieben. Bei der Uraufführung zeigte sich, wie nah Petra Afonin ihrem Thema gekommen ist: Der zweigeteilte Abend begann mit einem Monolog, der durch seine Intensität den Atem stocken ließ.

Petra Afonins Antrieb ist nicht, mit dem Holzhammer zu beklagen, welche Verluste die Demenz anrichtet, sondern sie will - auf sehr einfühlsame Weise - deutlich machen, was vom Charakter, was von der Persönlichkeit des Erkrankten übrig bleibt.”

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