Heinsberg: „Teilhabe” ist kein Zauberwort

Heinsberg: „Teilhabe” ist kein Zauberwort

„Menschen mit und ohne Behinderung treffen sich in dieser Gruppe. Hier sagen sie, was Menschen mit Behinderung brauchen, um besser im Alltag zurechtzukommen und an allen Angeboten sowie Bereichen teilhaben zu können.” Mit diesen Worten umschrieb Bärbel Windelen die Bedeutung des Lokalen Teilhabekreises in der Stadt Heinsberg beim Gründungstreffen.

Windelen ist Gemeindesozialarbeiterin des Caritasverbandes für die Region Heinsberg und zuständig für die Städte Heinsberg, Oberbruch, Wassenberg und Waldfeucht.

Gemeinsam hatte sie mit den beiden anderen Initiatorinnen Denise Lison und Adelheid Venghaus von der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle (KoKoBe) Kreis Heinsberg in die Begegnungsstätte (Stadthalle) Heinsberg eingeladen, um zu erfahren, welche Anregungen und Wünsche die Teilnehmer haben. Denn wie Bärbel Windelen betonte, sei es wichtig, dass Menschen mit einem Handicap selbst mitteilen, was sie brauchen. Sie seien die Experten, die wüssten, was ihnen diene und was notwendig sei, damit alle am Leben in der Stadt teilhaben könnten.

Über ihre Ideen würde im Teilhabekreis beraten und abgestimmt sowie über die notwendigen Schritte zur Umsetzung beschlossen. Nur so könne das Ziel erreicht werden, dass sich die Bedingungen für Menschen mit Behinderungen in der Stadt verbessern würden, sie am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilhaben und es mitgestalten könnten, so Windelen. Dann übergab sie Denise Lison das Wort, die auf eine Karte mit den Ergebnissen aus den bereits bestehenden Lokalen Teilhabekreisen Geilenkirchen, Hückelhoven und Erkelenz verwies.

Auch einige schwarze Punkte

Orange Punkte standen für die Orte und Bereiche, wo Menschen mit Behinderung die Teilhabe ermöglicht wird und schwarze Punkte für das Gegenteil. „Wir wollen diese Karte heute mit ihren Anregungen vervollständigen”, forderte sie die Teilnehmer auf, sich vorzustellen und Wünsche zu äußern.

Die rund 30 Teilnehmer setzten sich aus behinderten Menschen, Vertretern und Mitarbeitern des Betreuten Wohnens der Caritas, der Lebenshilfe und der Gangelter Einrichtungen, dem Integrationsfachdienst der Caritas, dem ambulanten psychiatrischen Bereich der Gangelter Einrichtungen, Prospex - der Werkstatt für psychisch behinderte Menschen, dem Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrum, des Vereins „Senioren aktiv”, der Caritas-Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen, der Eingliederungshilfe der Gangelter Einrichtungen, den Hephata Werkstätten, sowie gesetzlichen Betreuern und Gästeführerinnen zusammen. Teilnahmen auch Diözesanbeauftragter Peter Derichs, Wolfgang Paulus, Leiter des Ordnungs- und Sozialamtes der Stadt Heinsberg, und Bürgermeister Wolfgang Dieder.

Barrierefreie Zugänge

Die Anregungen waren ganz unterschiedlich und reichten von der Öffnung von Freizeitangeboten für Behinderte, Veranstaltungen für psychisch Erkrankte, barrierefreien Zugängen zu öffentlichen Gebäuden und im ÖPNV sowie Wohnraum-Angeboten für Menschen mit einem Handicap über die Forderung nach einer einfachen Sprache bei Behördengängen, Änderung von Querungshilfen auf der Straße und einer „netten Toilette” bis hin zu einem geänderten Gesellschaftsbild auf Menschen mit Behinderung und einer Netzwerkarbeit. Denise Lison erläutere, dass sie alle Anregungen bis zum nächsten Treffen zusammenstellen werde, damit sich die Teilnehmer auf erste Arbeitsaufträge einigen könnten.

Die nächsten Treffen sind schon geplant

Das nächste Treffen des Lokalen Teilhabekreises in der Stadt Heinsberg findet am Mittwoch, 29. August, um 18.30 Uhr im Caritas-Treffpunkt für psychisch Kranke, Apfelstraße 55 in Heinsberg statt.

Ein weiteres Zusammenkommen ist am 14. November vorgesehen.

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