Kreis Heinsberg: „Teens & Kids”-Projekt ist jetzt ausgelaufen

Kreis Heinsberg: „Teens & Kids”-Projekt ist jetzt ausgelaufen

Zwei Jahre lang konnten minderjährige Schwangere und junge Schwangere mit besonderem Hilfebedarf aus der gesamten Region darauf vertrauen, dass ihnen kompetente Unterstützung in ihrer schwierigen Lebenslage zur Verfügung stand. Das ist nun vorbei.

Das Modellprojekt „Teens & Kids” unter dem Dach der AWO-Schwangerenberatung in Hückelhoven ist ausgelaufen, berichtete die Arbeiterwohlfahrt.

Seit Mai 2008 hatte jeweils eine Fachfrau mit halber Stelle - in den letzten zwölf Monaten war es Diplom-Sozialpädagogin Traudi Kaspar - insgesamt 62 Mädchen und junge Frauen in einer Schwangerschaft beraten und begleitet. Darunter waren 33 Minderjährige (die Jüngste war 14), 14 Schwangere mit intellektuellen beziehungsweise körperlichen Beeinträchtigungen sowie 15 junge Schwangere, die aufgrund mangelnder Unterstützung durch Familie und Partner einen besonderen Bedarf an Hilfe hatten.

„Da das Angebot so gut angenommen wurde, ist es äußerst schade, dass nun keine Fördergelder mehr zur Verfügung stehen, um Teens & Kids fortzusetzen”, bedauerten Traudi Kaspar sowie Birgit Görtz, die Leiterin der AWO-Schwangerenberatung. Bislang war das Projekt von der Sozial- und Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW finanziell gefördert worden.

Auch wenn die Schwangerenberatung Anlaufstelle für die jungen Frauen bleibt und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen Hilfe leisten wollen, bleibt festzustellen: Die Arbeit kann in dem Umfang, wie sie im Rahmen des Projekts geleistet worden ist, nun nicht zusätzlich von der Schwangerenberatung übernommen werden, denn: „Die Begleitung der jungen Frauen zu Arzt- oder Behördenterminen, die Vermittlung bei Konflikten aller Art, das Begleiten der Frauen zu Wohnungsbesichtigungen oder das Suchen nach Ausbildungsplätzen - das alles kostet sehr viel Zeit und ist nicht neben der täglichen Arbeit der Schwangerenberatungsstelle zu machen”, so Diplom-Sozialarbeiterin Birgit Görtz. „Bei manchen jungen Frauen gab es mehr als 30 Beratungs- und Begleitungskontakte.”

Neben der Einzelfallhilfe war auch die Gruppenarbeit ein wichtiger Baustein, den jungen Frauen beim Aufbau eines sozialen Netzwerkes zu helfen: Beim Teens & Kids-Caf tauschten sie sich aus. Und in der Krabbelgruppe eigens für junge Mütter erhielten sie Anregungen für die Beschäftigung mit dem Kind sowie Erziehungstipps.

„Die Aufgabe von uns AWO-Beraterinnen bestand darin, der minderjährigen Schwangeren beziehungsweise Mutter eigenständige Zukunftsperspektiven aufzuzeigen, sie andererseits darin zu befähigen, den Bedürfnissen des Kindes gerecht zu werden und dessen positive Entwicklung zu fördern. Wo vom Elternhaus und vom Kindsvater wenig Hilfe zu erwarten war, sind wir eingesprungen, haben eine vertrauensvolle pädagogische Beziehung zu den jungen Frauen aufgebaut und gemeinsam mit ihnen ein individuelles Hilfekonzept erarbeitet”, fasste Traudi Kaspar zusammen.

„Dabei hat die Kooperation mit Frauenärzten, sozialen Diensten und dem Jugendamt in der Regel hervorragend funktioniert”, bedankte sich die Sozialpädagogin, die ihre Arbeit gern fortgesetzt hätte.