Niederzier: Tagebauumfeld soll Gemeinschaftsprojekt werden

Niederzier: Tagebauumfeld soll Gemeinschaftsprojekt werden

Mit Unverständnis reagiert Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser auf die jüngsten Äußerungen seines Titzer Amtskollegen.

Nach dem Aus der Bergwelt- und Kartbahn-Pläne im östlichen Bereich der Sophienhöhe hatte Jürgen Frantzen die Ankündigung von Heuser, Landrat Wolfgang Spelthahn und der Niederzierer SPD-Mehrheitsfraktion, nun auf weitgehend immissionsfreie Freizeitangebote im südwestlichen Teil nahe Hambach zu setzen, als eine zu kurz greifende Idee kritisiert und einen „Masterplan“ für das Tagebauumfeld gefordert.

Dies sei zwar richtig, aber überholt, betont Heuser. Er verweist darauf, dass er bereits seit Mitte 2013 Gespräche mit Vertretern der Anrainerkommunen Jülich, Kerpen, Elsdorf, Merzenich und Titz, der Kreise Düren und Rhein-Erft sowie der Indeland-Entwicklungsgesellschaft geführt habe mit dem Ziel, eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben zu rufen, die den Strukturwandel begleiten soll. „Zuletzt bestand Einvernehmen darüber, dass dieser Arbeitsgemeinschaft auch Tagebaubetreiber RWE als beratendes Mitglied angehören soll und die Geschäftsführung zunächst von der Gemeinde Niederzier übernommen wird“, betont Heuser.

Er bedauert, dass sich die Terminfindung aufgrund der Kommunalwahl sowie der Sommer- und Herbstferien äußerst schwierig gestaltete, will jetzt zur nächsten Gesprächsrunde aber kurzfristig einladen, um die weiteren Arbeitsstrukturen und -schritte abzustimmen. Ziel müsse es sein, über kommunale Grenzen hinweg das Umfeld des Tagebaus Hambach zu gestalten und langfristige Entwicklungsmöglichkeiten auch auf den rekultivierten Flächen aufzuzeigen. Dabei sollten aus Heusers Sicht die bisherigen Überlegungen einer touristischen Attraktivierung eines Teils der Sophienhöhe weiter verfolgt werden.

Titz soll Vorstellungen äußern

„Den Beratungen und dem langjährigen Prozess förderlich wäre es allerdings, wenn die Gemeinde Titz jetzt zunächst einmal selbst Vorstellungen verbindlich definiert, was an der Ostseite der Sophienhöhe gewünscht wird“, betont Heuser. „Bislang hat sich bei mir der Eindruck verfestigt, dass dort ausschließlich eine ruhige Erholung gewünscht wird, zumal diesem Eindruck bis heute öffentlich von keinem Mandatsträger der Gemeinde widersprochen wurde.“

Heuser begrüßt daher die anstehenden Beratungen in den Titzer Gremien, verteidigt aber die Initiative nun die Südwestseite der Sophienhöhe nahe Hambach maßvoll touristisch zu erschließen. „Dies werden wir auch kurzfristig angehen.“

(ja)
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