Aachen: "Sympathischer Typ" diskutierte mit Schülern

Aachen : "Sympathischer Typ" diskutierte mit Schülern

Da sitzt er auf einem schönen Platz und führt mit deutschen Schülern eine perfekte Diskussion auf Englisch. „Ich bin ehrlich tief beeindruckt”, sagte Karlspreisträger Pat Cox am Ende eines halbstündigen Gesprächs mit Schülern des Couven-Gymnasiums.

„Schön, Euch kennen gelernt zu haben”, fügte er hinzu. Und das war keine Floskel.

Die Schüler gaben ihrerseits die Komplimente zurück: „Das war eine gute Gelegenheit, ihm persönliche Fragen zu stellen”, fand Annika Treppe (18). „Ein sympathischer Typ”, meinte Damien Crowe (20), der sich zudem darüber freuen konnte, mal wieder den Akzent eines Landsmannes zu hören.

„Warum sollen wir wählen gehen”, war das Zusammentreffen mit Erstwählern am Mittwoch auf dem Katschhof überschrieben. Doch diese Fragen hatten die Couven-Schüler längst für sich bejaht. Überzeugungsarbeit musste der scheidende Parlamentspräsident Cox nicht mehr leisten, stattdessen wurde er mit Fragen zu politischen Themen gelöchert.

Ob er nach der jüngsten Erweiterung der EU auf nunmehr 25 Staaten Probleme erwarte? Cox drückte seiner Frau Cathy die Hand und antwortete mit einer ziemlich persönlichen Erklärung: „Wir haben sechs Kinder.” Immer wenn eines dazu gekommen sei, habe man einen Stuhl weiter rücken müssen. Aber jedes Kind sei sehr willkommen gewesen.

Thema Irak

Viel Applaus erhielt er für seine Erklärung zum Irak-Konflikt und seine kritische Position zur Bush-Regierung: Es gelte, die internationalen Menschenrechte zu wahren, sagte er. Und dazu gehöre auch, dass alle Kriegsgefangenen ein Recht darauf haben, nach den Regeln der Genfer Konvention behandelt zu werden.

„Passion rausgehört”

Schülerin Nicole Grzondziel (17) bewegte die Frage, ob nach dem irischen Vorpreschen in Sachen Rauchverbot Ähnliches in ganz Europa zu erwarten sei. Nichtraucher Cox winkte ab. Wer so etwas - beispielsweise - den Griechen vorschreiben wolle, müsse damit rechnen, dass sie dann die Europäische Union nicht mehr leiden könnten. Eine grauenhafte Vorstellung für Cox, dem bekanntlich eine Botschaft besonders am Herzen liegt: Europa soll Spaß machen. Bei den Schülern ist die Botschaft angekommen: „Man hat seine Passion rausgehört”, sagte Damien Crowe, „das hat mir gut gefallen.”