Kreis Heinsberg: „Strom aus der Wüste”: Grüne durchaus wohlwollend

Kreis Heinsberg: „Strom aus der Wüste”: Grüne durchaus wohlwollend

„Kritisch, aber durchaus wohlwollend”: Dies ist das Fazit einer sehr kontrovers geführten Diskussion der Grünen zum Thema „Strom aus der Wüste - Geht das?”, die im Hotel am Park in Hückelhoven im Anschluss an eine Besichtigung des solarthermischen Kraftwerks in Jülich stattfand.

Bei der Besichtigungsfahrt waren 35 Teilnehmer dabei, darunter die Bundestagsabgeordnete Bettina Herlizius. Zu sehen gab es eine Menge beindruckender Technik unter fachkundiger Führung von Diplom-Ingenieur Thomas Hartz von den Stadtwerken Jülich.

Im Anschluss an die Besichtigung ging es in Hückelhoven weiter mit dem Thema „Ohne Atom und Kohle aus der Klimakrise - geht das?”. Eingeladen war Michael Straub, der Pressesprecher der Desertec Foundation, einer Initiative des Club of Rome. Er erläuterte das Projekt Desertec, mit dessen Hilfe Strom im Sonnengürtel der Erde, in erster Linie Nordafrika, produziert werden soll, der unter anderem auch nach Europa importiert werden soll. Nach der Präsentation setzte eine intensive und zum Teil sehr kontroverse Diskussion um das Für und Wider ein.

Einig war man sich daran, dass dieses Projekt grundsätzlich den richtigen Ansatz verfolge, aber nur einen Teil des Energiebedarfes ein Europa decken könne. Die Grünen sehen die Stromerzeugung in Afrika durchaus positiv.

„Gleichwohl favorisieren wir aber nach wie vor dezentrale Anbieter erneuerbarer Energien”, erklärte Bettina Herlizius, Grünes Mitglied des Bundestages aus Herzogenrath. Oliver Krischer, der Vorsitzende der Kreistagsfraktion der Grünen in Düren und Bundestagskandidat, sieht die Gefahr, dass der weitere dezentrale Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland durch das Projekt massiv abgebremst würde.

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