Heinsberg: Stinges-Mitarbeiterinnen übergeben 1200 Unterschriften

Heinsberg: Stinges-Mitarbeiterinnen übergeben 1200 Unterschriften

Im Streit um die Öffnungszeiten der Stinges-Filiale in Heinsberg-Karken haben zahlreiche Mitarbeiterinnen der Landbäckerei Stinges Bürgermeister Josef Offergeld ihre Unterschriften und die von Kunden und Anwohnern zukommen lassen. Insgesamt über 1200, so die Angaben von Stinges.

Wie das Unternehmen berichtete, hatten sich die Mitarbeiterinnen und Bezirksleiter Stephan Bonsels vor dem Heinsberger Rathaus eingefunden, um die Unterschriften abzugeben.

In einem persönlichen Brief an den Bürgermeister hatten die Stinges-Mitarbeiterinnen ihr Unverständnis zum Ausdruck gebracht und „um die Zurücknahme der zwanghaft verordneten Öffnungszeiten-Änderungen” gebeten. Denn diese würden die Wirtschaftlichkeit der Filiale und damit die Arbeitsplätze gefährden. Brief und Unterschriften sollten dem Bürgermeister übergeben werden.

Josef Offergeld war aber nicht anwesend. Von Dezernentenseite wurde auf die Zentrale verwiesen, wo die Unterschriften abgegeben werden könnten. Vor dem Rathaus erschien aber ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Laut Darstellung von Stinges soll er die Versammlung umgehend als „Demonstration” deklariert und die Auflösung der Gruppe verlangt haben.

Die Stinges-Mitarbeiterinnen seien den Anweisungen gefolgt. Die Stadt erklärte zu dem Vorfall, es habe der Verdacht einer nicht angezeigten Demonstration bestanden. Deshalb seien die Teilnehmer darauf hingewiesen worden, dass eine solche anzeigepflichtig sei, anderenfalls würde sie seitens der Polizei aufgelöst. Da dem Beamten aber erklärt worden sei, dass es sich nicht um ein Demonstration handele, sei die Angelegenheit für das Ordnungsamt erledigt gewesen.

Wie dem auch sei: Am Ende wurden Brief und Unterschriftenlisten offiziell als Posteingang im Rathaus abgegeben.

Mit der Verordnung, sonntags beziehungsweise unter der Woche nicht mehr vor 8 Uhr öffnen zu dürfen, sei die Wirtschaftlichkeit der Stinges-Filiale in Karken zunichte gemacht worden, beklagte das Unternehmen abermals in einer Pressemitteilung.

„Wir sind ein traditionelles Familienunternehmen vom Niederrhein und haben zu unseren Angestellten ein gutes Verhältnis. Deshalb tragen wir bislang die Situation gemeinsam und haben von Kündigungen abgesehen. Aber wenn der Bürgermeister an dieser willkürlichen Entscheidung festhält, kommen wir an Entlassungen nicht vorbei. Das ist traurig. Und umso verständlicher ist es, dass unsere Mitarbeiterinnen, Kunden und wir sauer sind”, so Inhaber Willi A. Stinges.

Die Stadt Heinsberg biete keinerlei Unterstützung zur Problemlösung an und schalte auf stur. „Im Sinne der Kunden und der Verkäuferinnen wird die Landbäckerei Stinges alle möglichen Rechtsmittel ausschöpfen, die ihr in diesem Fall zur Verfügung stehen.”

Leitender Rechtsdirektor Hans-Walter Schönleber von der Stadt sagte am Mittwoch auf Anfrage, in dieser Angelegenheit gebe es keinen neuen Sachstand. Er verwies darauf, dass Stinges Rechtsmittel eingelegt habe und das Verfahren beim Verwaltungsgericht Aachen anhängig sei.

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