Leserbriefe zur Corona-Entwicklung: Steigende Infektionszahlen und verschärfte Regeln

Leserbriefe zur Corona-Entwicklung : Steigende Infektionszahlen und verschärfte Regeln

Die Infektionszahlen steigen, die ersten Einschränkungen werden wieder erhoben. Unsere Leserinnen und Leser reagieren auf die Entwicklung in der Coronakrise.

Dr. Michael Schumacher aus Aachen richtet sich an die Gegner der Corona-Maßnahmen, speziell an Dorothea Nyssing aus Aachen, die die Maskenpflicht für Schikane hält:

Der Leserbrief von Frau Nyssing spiegelt ein erstaunliches Maß an Unwissenheit, vermengt mit subjektiven Empfindungen, ohne jedes nachprüfbare Faktum dar. Dass Lebensmittelhandel und ÖPNV ohne Maskenpflicht funktioniert haben und Abstand eingehalten wurde, fiel in den ersten Wochen in den Zeitraum, in dem die Infektionszahlen stiegen; Lockdown, Masken und Abstandsregeln haben schließlich eine weitere Ausbreitung verhindert. Dies lässt sich an den Daten des Robert Koch-Instituts einfach nachprüfen. Die subjektive Empfindung einer einzelnen Dame hilft da nicht weiter.

Abenteuerlich werden die Aussagen zu „Impfseren“, die Giftcocktails sein und zu „vielen schweren Reaktionen“ führen sollen. Da noch kein zugelassener Impfstoff gegen Covid-19 existiert und die Prüfungen erst begonnen haben, ist auch diese Aussage vollkommen unsinnig.

Dies gilt auch für die weitere Vermengung von offensichtlichem Nicht-Wissen um Windpocken, Impfungen, 5G-Technik, elektromagnetische Felder, mit dem sie in den Bereich der Verschwörungstheoretiker abdriftet. Der Brief enttarnt sich nach wenigen Worten durch seine implizite Unsinnigkeit, insofern sollte ihm keine weitere Bedeutung beigemessen werden. Erstaunlich ist jedoch, wie sich jemand so selbstkritiklos entblößen kann.

Erich Bock aus Würselen merkt zum Leserbrief von Michael Hess aus Kreuzau, der sich gegen die bis Anfang September bestehende Maskenpflicht für Kinder im Unterricht aussprach und die Sorge vor Corona für medial aufgebauscht hielt, an:

Ich konnte nur noch mit dem Kopf schütteln über so viel Ignoranz. Solche Zuschriften sollten eigentlich nicht veröffentlicht werden, aber wir leben ja in einem freien Land mit Meinungsfreiheit. Ich gebe dem Schreiber ja recht: Angenehm ist das Maskentragen nicht. Aber was sollen all die Mitarbeiter zum Beispiel in den Krankenhäusern machen, die täglich, und das seit Jahren, mit Masken acht bis zehn Stunden oder mehr arbeiten müssen? Da wird ein Schüler, der an seinem Schreibtisch sitzt, es sicherlich einige Stunden ertragen können.

Weiter ist von Corona-Apokalyptikern die Rede. Weiß der Briefschreiber überhaupt, was dieses Wort bedeutet? Von „Weltuntergang“ war auch während dieser schlimmen Pandemie nie die Rede. Weiter redet er von fadenscheinigen Begründungen für die getroffenen Maßnahmen und deren Verlängerung. Scheinbar sind ihm die Zahl der Corona-Toten in Deutschland, fast 10.000, nicht genug. Vielleicht hält er die Maßnahmen erst bei 20.000 oder mehr für sinnvoll? Er spricht auch von „sinkenden“ Fallzahlen. Tja, lesen müsste man können, dann würde er sehen, von einem niedrigen Stand Anfang Juli mit täglich rund 350 Neuerkrankungen sind wir in NRW zwischenzeitlich bei fast 2500 angekommen, das sind immerhin mehr als viermal so viele Corona-Kranke wie vorher. Das reicht scheinbar nicht, einfach Augen zu und durch, wir bilden uns alles nur ein, die Apokalyptiker belügen uns doch.

Rolf Müller-Eicken aus Aachen stellt allgemein angesichts des Virus klar:

Die richtige Strategie: Eine Krise bewältigt eine Organisation am effektivsten in einem gemeinsam abgestimmten Vorgehen, basierend auf Zahlen, Daten und Fakten. Dabei ist ein Krisenstab unter einer Leitung mit Handlungsvollmacht entscheidend. Hier wird die Ist-Situation bewertet, das Ziel festgelegt und der Fortschritt gemessen, beziehungsweise Änderungen werden beschlossen und umgesetzt.

Wenn wir diese grundlegenden Managementregeln auf das Vorgehen unsere Politiker reflektieren, wird mir angst und bange. Ob bei der Maskenpflicht in Schulen, dem Test vor und nach der Flugreise inklusive der Bezahlung und dem Umgang mit Personenkreisen, die sich nicht an die Corona-Regeln halten, erkennt man klar ein nicht abgestimmtes Vorgehen und keine Führung. Zuständigkeiten sind für viele Bürger nicht nachvollziehbar.

Große Corona-Testreihen im Sport und im Tourismus führen jetzt schon zur Unterlieferung dieser notwendigen Stäbchen in Kinderarztpraxen. Wollen wir das?

Anscheinend bestimmen Profilierungen und persönliche Ambitionen auf Führungspositionen das Handeln einiger Politiker und nicht die Notwendigkeiten. Wer in Urlaub fliegen oder fahren will, muss in Quarantäne oder bezahlt einen Corona-Schnelltest. Es gibt Hygieneregeln in allen öffentlichen Bereichen mit einem festgelegten Bußgeld bei Missachtung und der damit verbundenen konsequenten Umsetzung, und alles das und vieles mehr dauert so lange, bis ein geeigneter Impfstoff auf dem Markt ist!