Eschweiler: Stefan Franzen tritt seine Narrenherrschaft an

Eschweiler : Stefan Franzen tritt seine Narrenherrschaft an

In ihrer Prinzenhofburg Flatten sitzen sie beisammen, sprechen letzte Details durch und hoffen nun einfach, dass alles klappt. „Es wird Zeit, dass es endlich los geht”, meint Dieter Braun. Der zukünftige Zeremonienmeister fiebert ebenso wie der designierte Prinz Stefan Franzen auf den offiziellen Startschuss in die fünfte Jahreszeit hin: Ab Samstag gilt es.

Dann findet in Dürwiß die Prinzenproklamation statt.

„Ich habe schon die eine oder andere schlaflose Nacht hinter mir. Da geht einem dann viel durch den Kopf”, gibt Stefan Franzen unumwunden zu.

Dieter Braun ist dagegen noch ruhig. „Bei mir sah´s dafür am Tag des Karnevals ganz anders aus.” Für beide geht nach der Prinzenwahl Mitte Oktober und der Kürung Ende November nun ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Erstes Treffen im Sandkasten

An der Odilienstraße wohnten sie vor über 30 Jahren nur wenige Häuser voneinander entfernt. Beim Schaufeln auf einem kleinen Sandhügel, der auf dem gegenüberliegenden Parkplatz damals lag, lernten sich die beiden Siebenjährigen kennen. Das war 1977.

Zusammen gingen sie zur Grundschule Karlschule, wenn auch in unterschiedliche Klassen. Danach wechselte Stefan Franzen zur Gemeinschaftshauptschule Stadtmitte, während Dieter Braun an der Realschule Waldschule seinen Abschluss machte. Freunde sind sie all die Jahre immer geblieben.

Sympathisch und bodenständig

Heute arbeitet der ausgebildete Kaufmann Stefan Franzen als Außendienstmitarbeiter für eine süddeutsche Firma. Dieter Braun ist für die Aachener Stadtwerke als Rohrnetzbauer unterwegs. „Wir sind einfache Leute. Das wollen wir auch bleiben”, sagt Dieter Braun, der seit über 17 Jahren mit seiner Frau Susanne verheiratet ist und eine Tochter hat (Christina, 13 Jahre).

Sympathisch und bodenständig beschreiben Freunde auch Stefan Franzen. 1994 heiratete er seine jetzige Frau Birgit. Mit ihr hat er zwei Kinder.

Und alle sind sie im Prinzentross eingespannt: Tochter Miriam (9 Jahre) wird, ebenso wie Dieter Brauns Tochter, Page, Sohn Fabian (13 Jahre) gehört als Trommler zu den Prinzenbläsern.

Überhaupt, die Familie: „Ohne die geht gar nichts”, betonen beide, auch wenn sie in den kommenden Wochen sicherlich keine Zeit für ruhige Abende daheim haben werden.

Für Stefan Franzen begann der Traum davon, einmal Prinz in Eschweiler zu sein, schon früh. „Ich habe das mit in die Wiege gelegt bekommen”, behauptet der aus einer karnevalistischen Familie stammende Prinz in spe.

Mitte der 1980er stand er mit Kumpel Dieter beim Rosenmontagszug und sagte: „Das machen wir irgendwann auch mal!” Der jugendliche Dieter machte den Spaß mit. Dass es wirklich einmal dazu kommen sollte, konnte er damals nicht ahnen.

„Et Häzz moss laache”

Konkret wurde der Plan dann aber bei Dieter Brauns Eintritt in die Rote-Funken-Artillerie 2000. Stefan Franzen war bereits seit 1987 Mitglied der traditionsreichen Karnevalsgesellschaft.

Nun kam der alte Plan wieder auf die Tagesordnung. Das mögliche Jahr für die Regentschaft war schnell gefunden: 2009. „Entweder dann oder nie. Denn nach der Session 2009 sind wir erwachsen und tun so etwas nicht mehr”, spielen Stefan und Dieter schmunzelnd darauf an, dass sie beide dieses Jahr 40 werden.

Seit ihre Bewerbung läuft, haben sie viel gelernt, besonders 2006 bei Prinz Dirk I. (Sazma) und in der vergangenen Session bei Prinz Michael I. (Schümmer) und seinem Zeremonienmeister Christian (Wolny).

„Die Meinung von denen ist mir wirklich wichtig”, sagt Stefan Franzen. Wenn sie vom Zusammenhalt aller Ex-Prinzen sowie der Unterstützung durch das Karnevalskomitee mit Präsident Norbert Weiland vorneweg sprechen, funkelt es in ihren Augen.

Sie sind sichtlich stolz darauf, Eschweiler in den kommenden Wochen als Prinz Stefan I. und Zeremonienmeister Dieter zu repräsentieren.

„Et Häzz moss laache” lautet ihr Motto. Doch gehen sie auch mit einer Portion Nervösität, vor allem aber mit viel Freude in die närrische Zeit: „Authentisch zu sein ist für uns das wichtigste. Wir versuchen keinen nachzuahmen”, möchte Stefan Franzen seinen eigenen Prinzenstil entwickeln.

Ob sie etwas während der kommenden fünf ereignisreichen Wochen vermissen werden? „Nein, außer vielleicht hin und wieder das Bett”, meint der designierte Prinz. Und Freund Dieter ergänzt: „Ich wünsche uns einfach, dass die Leute uns annehmen, wie wir sind.”