Gastspiel in Darmstadt: Zweitliga-Alltag nach Rückkehr von Modeste

Gastspiel in Darmstadt : Zweitliga-Alltag nach Rückkehr von Modeste

Es ist derzeit nicht so einfach für alle rund um den 1. FC Köln, den Fokus wieder auf den doch oft grauen Zweitliga-Alltag zu lenken. Da war dieser furiose 8:1-Sieg gegen Dynamo Dresden.

„Ein Brustlöser für die Spieler“, wie Trainer Markus Anfang immerhin anmerkte. Dann tauchte der FC-Tross am 11.11 in den Karneval ein. Es folgte in der länderspielfreien Zeit die große Gala zum 70-jährigen Bestehen des Klubs. Und auf dieser wurde eine Personalie verkündet, die seit Tagen alles in den Schatten stellt: Seit der Rückkehr von Stürmer Anthony Modeste gibt es nur noch ein Thema. Nämlich Anthony Modeste.

„Ich verstehe, dass mehr los war“, sagte Anfang am Donnerstagmittag und bezog sich damit wohl vor allem auf den Franzosen. „Aber es ist wichtig, dass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren und zur Tagesordnung übergehen.“ Die Themen der vergangenen Tage seien abgehakt, die Konzentration auf den nächsten Gegner vorhanden. Anfang ist also überzeugt davon, dass seine Mannschaft wieder die Spannung aufbauen kann für die kommende Aufgabe. Und die heißt Darmstadt 98.

Der Respekt vor dem Gegner ist auf jeden Fall da. „Die Darmstädter sind schwierig zu bespielen – erst recht vor ihrem Publikum. Sie spielen kompakt, arbeiten mit langen Bällen, aber mit einem Plan dabei. Das wird eine große Herausforderung“, warnte Anfang vor der Partie am Samstag (13 Uhr) beim Tabellenzwölften, der mit seinen 17 Punkten aber auch nur drei Zähler von Platz fünf entfernt ist.

Zehn Mal ungeschlagen

Obwohl der FC bereits seine neunte Zweitliga-Saison bestreitet und die „Lilien“ sogar schon ihre 20., ist diese Paarung eine Premiere in der 2. Bundesliga. Denn von den bisherigen zehn Pflichtspielduellen beider Teams wurden acht in der Bundesliga und zwei im DFB-Pokal ausgetragen. Und in diesen ist der FC ungeschlagen, gewann acht Partien (bei zwei Remis). Im letzten Duell am 28. Januar 2017 feierten die Kölner sogar einen 6:1-Auswärtssieg am Böllenfalltor. Auch Modeste traf damals, zum 3:0 kurz vor der Pause.

Am Samstag wird der 30-Jährige definitiv leer ausgehen. Denn eine Spielgenehmigung liegt für den China-Rückkehrer noch nicht vor. Elf andere Spieler müssen es richten, und das taten diese gegen Dresden zuletzt überragend. Einen triftigen Grund, die Mannschaft zu ändern, sieht der Trainer nach dem Kantersieg logischerweise nicht. „Ich habe nicht den Gedanken, großartig etwas zu ändern. Warum auch, wenn ich das Gefühl habe, dass sich die Jungs so wohlfühlen und wir so guten Fußball spielen.“

Doch Modeste wird in die Mannschaft drängen. Und Anfang wird dann in 16-Tore-Mann Simon Terodde, dem aufgeblühten Jhon Córdoba, Serhou Guirassy und dem quasi chancenlosen Simon Zoller ein Überangebot an Offensivkräften haben. Diese Aufgabe muss der Trainer klug moderieren. Nicht jedem kann er es recht machen.

Vom Auftreten von Modeste zeigte sich Anfang schon mal angetan. „Tony hat sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt und die Mannschaft hat ihn gut aufgenommen. Viele kannten ihn ja auch noch. Jeder soll seine positive Energie in die Mannschaft einbringen, und ich glaube, dass wir mit Anthony jemanden gewonnen haben, der das gut kann. Er bringt uns einen zusätzlichen Spaßfaktor.“ Aber Modeste brauche nach seinem Weggang aus China noch ein paar Einheiten, um wieder an die alte Form anknüpfen zu können.

Er habe zwar zuletzt in der U 21 des FC trainiert, doch dort sei das Tempo ein anderes, so Anfang. Für Modeste heißt das konkret: Statt in Darmstadt zu stürmen, muss er sich leistungsdiagnostischen Tests unterziehen. Aber die Woche darauf, daheim gegen Fürth, da soll er dann losgelassen werden – wenn denn die Fifa in Zürich mitspielt.

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