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Düsseldorf: Zuschlag - oder neues Stadion ist gefährdet

Düsseldorf : Zuschlag - oder neues Stadion ist gefährdet

Die schlechten Nachrichten für den Olympia-Bewerber Düsseldorf reißen nicht ab.

Nachdem die Rhein-Ruhr-Region im ersten NOK-Test nur den vorletzten Platz der fünf Kandidaten belegte, steht jetzt die Landesbürgschaft für die als Olympia-Stadion geplante Multifunktionsarena in Düsseldorf auf der Kippe.

Überraschend hat der Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags die 87-Millionen-Bürgschaft für die 150-Millionen-Arena an die Bedingung geknüpft, dass Rhein-Ruhr zumindest auf nationaler Ebene den Zuschlag für Olympia 2012 erhält.

Zwar machte der genervte Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin am Freitag schnell deutlich, dass die Arena auch ohne Bürgschaft weiter gebaut und im August 2004 fertig gestellt wird. Hinter den Türen brodelt es aber gewaltig.

Obwohl Finanzminister Jochen Dieckmann (SPD) die Bürgschaft für die Arena unterstützt hatte, trat SPD-Generalsekretär Michael Groschek im Finanzausschuss kräftig auf die Bremse.

Begründung: Das neue Stadion sei ohne Bundesliga-Club unwirtschaftlich, eine Landesbürgschaft deshalb zu riskant. Um aber nicht jetzt schon die Flinte für die Olympia-Bewerbung ins Korn zu werfen, einigte sich der Haushaltsausschuss auf die Formel: Bürgschaft nur, wenn Olympia kommt. Daran glauben nach dem Debakel im NOK aber nur noch Berufsoptimisten in Düsseldorf.

Zunächst ist Schadensbegrenzung Trumpf. Eine Olympia-Bewerbung, bei der das Land die Bürgschaft für das Olympia-Stadion verweigert, sei eine Katastrophe und ein schlimmes Signal, warnen Befürworter.

Da Düsseldorf mit 51 Prozent an der Trägergesellschaft für die Arena beteiligt ist, drohen der Stadt und den privaten Investoren beim Aus für Olympia ohne Landesbürgschaft ein enormes Finanzrisiko.

Noch wollen die Organisatoren der abgeschlagenen Bewerbungsgesellschaft Düsseldorf Rhein-Ruhr von Katzenjammer nichts wissen.

Nur einen Ausrutscher räumt Geschäftsführer Michael Zilles ein: Das Olympische Dorf in Düsseldorf habe die NOK-Prüfer nicht überzeugt. Die Bedenken sollen bis zur nationalen Entscheidung am 12. April ausgeräumt werden.

Unterdessen wurde bekannt, dass in der Auseinandersetzung um einen umstrittenen Kalauer des bisherigen NOK-Schatzmeisters, Josef Ambacher, das Kanzleramt interveniert hat.

„Ich bin nur unter massivem Druck des Bundeskanzlers zurückgetreten.” Nach seinen Angaben habe Schröder dem NOK gedroht, alle seine Termine im Zusammenhang mit der deutschen Olympia-Bewerbung abzusagen.