Aachen: Zufriedener Coach: Fuat Kilic macht keinen Hehl aus seiner Wahl

Aachen : Zufriedener Coach: Fuat Kilic macht keinen Hehl aus seiner Wahl

Und dann steht am Sonntag die Wahl an. Sie muss geheim sein, sagt der Gesetzgeber. Jeder Wähler soll so votieren, dass niemand nachprüfen kann, wie er oder sie sich entschieden hat. Fuat Kilic kennt natürlich das Procedere, aber als Fußballtrainer von Alemannia Aachen darf er natürlich ein bisschen vorab verraten.

Ohnehin wird seine Wahl nicht im Verborgenen stattfinden. Sie wird am Sonntag bundesweit erkennbar sein. Die Partie beginnt erst um 15 Uhr am Tivoli, weil der übertragende Sender Sport 1 es so will.

Kilic also macht fast keinen Hehl aus seiner Wahl, wenn es um seine Kandidaten für die Partie gegen den Wuppertaler SV geht. Am Wahltag will er mindestens neun der Feldspieler aufbieten, die schon gegen Düsseldorf II und Borussia Dortmund dabei waren. Emre Yesilova könnte durch Arda Nebi ersetzt werden, weil dem pfeilschnellen Angreifer zuletzt ein bisschen die Luft ausging.

Kilic will sich noch nicht festlegen, bei welchem Angreifer er sein Kreuzchen machen wird. Die letzten Trainingseindrücke und das Videostudium des Gegners, der in der Woche Meister Viktoria Köln sauber 3:0 zerlegte, werden entscheidend sein. Der Wuppertaler SV stellt sich quasi als Gegenentwurf zu Borussia Dortmund II vor. Bevorzugt werden die Bälle über das Mittelfeld hinweg in die gegnerischen Hälfte geschlagen. „Ohne viel Schnickschnack“, sagt Kilic.

Dowidat nur Teilzeitarbeiter

Die robuste Spielweise macht nebenbei auch die Dienste des eher filigran veranlagten Neuzugangs Dennis Dowidat ein bisschen überflüssig. Der ehemalige Aachener ist bislang nur ein Teilzeitarbeiter.

Für Alemannia stehen durchaus „Spitzen-Wochen“ an: Eben wartete der ehemalige Tabellenführer, nun schaut der Tabellendritte vorbei, ehe es nächste Woche zum neuen Tabellenführer nach Uerdingen geht. Das Team ist in den letzten Tagen auf einer emotionalen Achterbahnfahrt unterwegs. Dieser letzte Erfolg gegen Dortmund II soll nun die Basis für den ersehnten Aufschwung werden. „Wir haben unsere Überzeugung zurück“, sagt Kilic. „Wenn wir so auftreten wie zuletzt, sind wir nicht weit entfernt von der Spitzengruppe.“ Die Konstanz war allerdings noch kein zuverlässliger Begleiter in dieser Saison. Das Team war nicht immer zupackend, wenn die Punkte verteilt wurden. „Wir haben ohne Frage Spieler mit großem Potential geholt. Aber sie brauchen die Bereitschaft zum Lernen.“

Einstweilen hat Kilic einen neuen Rückhalt bestimmt. Patrick Nettekoven war zumindest in Dortmund eine gute Wahl, weil der 30-Jährige der ruhende Pol hinter einer starken Abwehr war. Auf dem Spielfeld agiert Nettekoven lautstark, außerhalb des Spielfeldes eher zurückhaltend. Große Töne sind nach der Premiere nicht zu vernehmen. Vielmehr preist der Torwarttrainer die Qualität von Mark Depta, den er gerade abgelöst hat. „Ich halte sehr viel von ihm, er wird seinen Weg gehen.“ Nettekoven ist nicht nur Konkurrent, sondern auch Ratgeber für den 20-Jährigen.

Etwa 6000 Besucher werden am Sonntag am Tivoli erwartet. Kilic hält sich mit politischen Tipps für den Wahltag naturgemäß zurück. Nur so viel: „Wählen gehen ist wichtig, denn es bedeutet auch, Verantwortung zu übernehmen.“ Nicht einmal die Trikotfarbe ist eine Wahlempfehlung an diesem Tag. Alemannia läuft nicht in den schwarz-gelben Vereinsfarben, sondern in Weiß auf. Das hat allerdings weniger politische Hintergründe, vielmehr spielt der Aberglaube eine Rolle, denn der jüngste Erfolg gelang „ganz in Weiß“.

Mögliche Aufstellung: Nettekoven - Heinze, Pluntke, Damaschek - Winter, Kühnel, Pütz, Mohr - Fejzullahu, Torunarigha, Nebi

Schiedsrichter: Marco Goldmann (Warendorf)

Den Liveticker gibt es unter: https://www.fupa.net/spielberichte/alemannia-aachen-wuppertaler-sv-5120998.html

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