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Düren: „Wir wollen den SCC Berlin angreifen”

Düren : „Wir wollen den SCC Berlin angreifen”

Zunächst war er nur ein einfacher Fan, der sich im „Schuhkarton” Burgauhalle von der Stimmung und Faszination des Volleyballs anstecken ließ.

Seit einem halben Jahr ist Rüdiger Hein Geschäftsführer des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren - ehrenamtlich. Vor dem Auftakt der Top-Liga-Runde heute mit dem Heimspiel gegen den TSV Unterhaching (19.30 Uhr Arena Kreis Düren) sprach unser Redakteur Franz Sistemich mit dem Dürener Rechtsanwalt.

Sie haben sich beim belgischen Champions-League-Klub Maaseik und beim deutschen Vorzeigeverein Friedrichshafen über Vereinsstrukturen, Sponsoring informiert. Was kann Evivo übernehmen?

Hein: Wir werden unseren Dürener Weg gehen müssen. Schauen Sie nur auf die Voraussetzungen: In Friedrichshafen ist Volleyball die absolute Nr. 1. Da gibt es weit und breit keine sportliche Konkurrenz. Ähnliches gilt für Maaseik. Wir haben in unmittelbarer Nachbarschaft die Alemannia und den FC, in der Köln-Arena erstklassiges Eishockey, tollen Basketball und Handball. So können wir uns nur orientieren, aber nicht alles eins zu eins umsetzen.

Was wäre denn machbar?

Hein: Am belgischen Spitzenklub beispielsweise hat mir imponiert, wie er sein gesamtes Publikum vor und nach dem Spiel betreut. Da bleibt der Fan noch lange nach dem letzten Ballwechsel in der Halle, weil er optimal bedient wird. Dies wollen wir auch erreichen.

Zum Beispiel werden mit dem Heimspiel gegen Unterhaching einen Anfang machen mit Pressekonferenz, einem vernünftigen Catering im neu eröffneten Gastronomiebereich. Für die weiteren Top-Liga-Spiele in der Arena wollen wir uns noch besondere Events einfallen lassen, die teilweise schon in Vorbereitung sind.

Nun verfügen VfB und Maaseik über andere finanzielle Mittel...

Hein (schmunzelt): Ja, ich bin als Mangelverwalter angetreten, Sparen war Trumpf, wie man ja auch an unserem personell dünnen Kader von zehn Spielern sieht. Ich bin aber nicht an diesem Punkt stehengeblieben. Ich bin zuversichtlich, dass wir unsere finanzielle Situation verbessern werden, zumal wir in der kommenden Saison ein Kader von mindestens elf Spielern brauchen, wobei wir unsere jetzigen zehn Aktiven halten wollen.

Mit dem Umzug in die Arena Kreis Düren waren ja auch Hoffnungen auf mehr Einnahmen durch mehr Zuschauer und weitere Sponsoren verbunden.

Hein: Die Arena wäre für uns ein Segen, wenn die finanziellen Aufwendungen erheblich geringer wären. In diesem Punkt sind auch unsere Hallenpartner gefragt. Andererseits verschafft uns die Möglichkeit, in der Arena vor mehr Zuschauern als in der Burgauhalle spielen zu können, ein Anreiz bei vielen neuen Sponsoren. Es ist unsere Aufgabe, diese Interessenten an uns zu binden.

Stellt Sie der bisherige Saisonverlauf sportlich zufrieden?

Hein: Bis jetzt ein klares Ja. Wir sind Tabellendritter, haben das Achtelfinale im CEV-Pokal erreicht. Wenn wir den dritten Rang auch am Ende belegen, bin ich zufrieden, aber wir wollen mehr, wollen Berlin angreifen. Denn für mich gilt der Spruch: „Wenn einer zufrieden ist, weil er alle Ziele erreicht hat, hat er sich die Ziele zu niedrig gesetzt.”

Wo endet Evivos Weg?

Hein: Ja wo? Wichtig wird sein, dass wir immer ein junges bezahlbares Team haben, dass wir neben ausländischen Spitzenvolleyballern wie Heriberto Quero wieder die Hans-Jörg Feltes oder Andreas Peterhoff haben, die Dürener Jungen, mit denen sich Publikum und Sponsoren besonders identifizieren können. Deshalb haben wir auch die Volleyball-Akademie gegründet, aus der wir in wenigen Jahren Nachwuchs für unser Erstliga-Team rekrutieren wollen.