Aachen: Vom Deutschen Meister zu den „Ladies in Black“

Aachen: Vom Deutschen Meister zu den „Ladies in Black“

„Ich bin jetzt mein ganzes Leben lang in Dresden gewesen und traue mich nun etwas Neues.“ Mit 20 Jahren ist ein ganzes Leben vielleicht noch nicht ganz so lang, für Juliane Langgemach ist der Schritt dennoch ein großer.

Vom äußersten Osten der Republik in den äußersten Westen, vom Deutschen Meister Dresdner SC zu den „Ladies in Black“ Aachen innerhalb der Volleyball-Bundesliga. Die 1,88 Meter große Mittelblockerin, 78-fache Junioren-Nationalspielerin und von Frauen-Bundestrainer Luciano Pedulla frisch in den Kader der Nationalmannschaft berufen, spielt in der kommenden Saison für die Mannschaft von Aachens Trainer Marek Rojko.

Hochkarätige Bank

Wie so oft zählen bei den Topvereinen auch die hoch talentierten Eigengewächse weniger als die großen Namen. „Ich kam immer nur zum Einsatz, wenn andere Spielerinnen verletzt waren, oder es gegen Vereine wie VCO Berlin ging“, schildert die 20-Jährige das Schicksal einer Spielerin von einer hochkarätig besetzten Bank. „Ich hoffe natürlich, dass ich mich in Aachen durchsetzen kann und mehr Einsatzzeiten bekomme als in Dresden“, sagt Langgemach, die auch ein Studium für das Grundschul-Lehramt in das tägliche Pensum einbauen will.

Die Berufung in den Nationalkader kam, als sich Spielerin und Verein schon einig waren, völlig überraschend kam sie jedoch nicht: „Ich stand im vergangenen Jahr schon auf der Liste, nun sind einige Spielerinnen zurückgetreten, und der Neuaufbau beginnt.“

Auf das Potenzial hofft auch Aachens Sportdirektor: „Das ist eine junge Spielerin, die sich sicher noch weiterentwickeln wird“, hofft Reinhard Strauch, der keiner seiner Spielerinnen eine Einsatzgarantie geben will. Denn außer Langgemach haben die „Ladies“ auch Ivona Svobodnikova, Simona Kosova und Tatiana Crkonova als etatmäßige Mittelblockerinnen im Kader. Strauch sieht darin aber kein Luxusproblem, zumal Crokonova auch als Diagonalangreiferin mit Spielwitz und Übersicht eingesetzt werden kann. „Die Konkurrenz unter den Spielerinnen kann für die Qualität unseres Spiels nur gut sein.“

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